Über die Ampel mitten auf dem Geh- und Radweg ärgert sich der Neurieder Ernst Stark. Foto: Sibo

Schildbürgerstreich: Ampel mitten auf Radweg

Neuried - Über einen Schildbürgerstreich ärgert sich Ernst Stark in Neuried. Mitten auf einem Geh- und Radweg steht eine Ampel.

Die Gemeinde Neuried zeigt sich unbeeindruckt. „Das Straßenbauamt muss die Ampel irgendwo hinstellen“, rechtfertigt Bauamtsleiter Peter Müsch den Standort an der Ecke von Mangfall- und Planegger Straße. Der Neurieder Ernst Stark kann da nur den Kopf schütteln. Diese Ampel stehe mitten auf dem Geh- und Radweg. „Fahrräder mit Kinderanhänger bleiben da doch hängen“, sagt er.

Während Bauamtsleiter Müsch betont, die Standortwahl für Maste sei immer wohl überlegt, ist Stark anderer Meinung. „Man fragt sich, wie so etwas passieren kann“, sagt er. Wenn sich die Planer schon keine Gedanken machten, müsse dies der Bürger tun. Deshalb will er sich gegen den Schildbürgerstreich zur Wehr setzen.

Müsch verteidigt den Ampelstandort. „Die Signalisierung hat bestimmte Vorgaben, man kann den Mast nicht irgendwo an einer beliebigen Stelle aufstellen.“ Falls es einmal eng wird, setzt Müsch auf die Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer. Seit einem Jahr stehe die Ampel an dieser Stelle und bislang habe es keine Beschwerden gegeben.

Dass im Rathaus noch keine Beschwerden eingegangen sind, hat zumindest im Fall von Ernst Stark einen Grund. An die Gemeinde will er sich nicht mehr wenden: „Da bekommt man nur eine Wischiwaschi-Antwort.“

Mit seinem Weg über die Presse hat Stark schon einmal Erfolg gehabt. Damals hatte die Gemeinde Neuried den Gehweg auf der neuen Brücke über die M 4 in Richtung „Pflanzen Ries“ vergessen. Auf seine Initiative hin rüstete sie für 73 000 Euro nach.

Da es sich bei der Planegger Straße um eine Staatsstraße handelt, ist in diesem Fall aber nicht die Gemeinde, sondern das Staatliche Bauamt Freising zuständig. Dort ist Starks Beschwerde nicht die erste – doch der Mast wird wohl bleiben, wo er ist.

Laut Bauoberrat Peter Döbl steht die Ampel richtig. Bei gemeinsamen Geh- und Radwegen müssten Signalmaste mitten auf dem Weg errichtet werden, damit Radler und Fußgänger sich auf beide Seiten der Anlage hinstellen können. Warum das so ist, konnte Döbl gestern allerdings nicht erläutern. Nur: „So steht es in der Richtlinie.“

Für den Fall, dass die Ampel zu einem späteren Zeitpunkt mit Signalen für Sehbehinderte nachgerüstet wird, müsse der Mast ohnehin in der Mitte des Weges stehen, so Döbel. Das sei für den Orientierungs- und Freigabeton erforderlich.

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