Die Schönheit ist nur ein roter Schatten

- Galerie Pich: Collagen zum Nachdenken

VON NADINE MAFKE Pasing - Was bedeutet heutzutage der Begriff "schön"? Was bezeichnen wir Menschen als "schön"? Diese und andere Fragen beschäftigen Wolfram Kastner immer wieder bei seiner Arbeit. Auch bei seiner Serie "A Shadow of Beauty" stellt der Künstler die Schönheit in den Mittelpunkt, als Symbol dafür verwendet er die Venus, die Göttin der Schönheit. Am Donnerstag wurde die Ausstellung in der Pasinger Galerie Pich eröffnet.

"In meinen Werken geht es um die Alltagsästhetik, denn ich möchte die Menschen zur Wahrnehmung einladen, damit sie sich manche Dinge genauer ansehen, denn vieles wird heutzutage gar nicht mehr bewusst wahrgenommen", sagt Kastner.

Um diesen Aspekt genauer zu erklären, gestaltete der Künstler verschiedene Collagen. Auf alltägliche Bilder wie Landschaften, Häuserfassaden, einfache Zäune oder Gitter druckte Kastner in Form eines roten Linoldrucks das Bild der Venus. Doch ist die Göttin der Schönheit auf all seinen Werken nur als Umriss oder Schatten erkennbar, woraus auch der Titel der Ausstellung "A Shadow of Beauty" (Schatten der Schönheit) resultiert.

Kontrast zur Wirklichkeit

Kastner sieht diesen Kontrast als eine Art Vergleichsmaßstab, aber auch als Untersuchungsprojekt mit einem Fragezeichen, das den Betrachter zum Nachdenken anregen soll: Verändert das Symbol der Venus die Bilder? Kann sie sich gegen die nicht so schönen Dinge behaupten, gleicht sie sich ihnen an oder geht sie darin unter? Oder aber vertuscht der schöne Schein gar die grässliche Wirklichkeit? Diese Fragen stellt sich aber nicht nur der Betrachter, auch Kastner selbst denkt beim Arbeiten darüber nach und wird dabei, wie er selbst sagt, immer wieder überrascht.

Die Venus druckte Kastner ganz bewusst in Rot auf die Bilder, da Rot für ihn die Farbe der Energie und des Lebens darstellt. Seit 1991 arbeitet der Münchner bereits an dieser Serie, so dass er mittlerweile eine Sammlung von etwa 600 Bildern besitzt. Nur einige davon präsentiert er nun in der Galerie Pich. Als freischaffender Künstler, der sich außerdem mit Malerei, Zeichnung und Fotografie beschäftigt, bezeichnet sich Kastner selbst auch als "Forscher", dessen Aufgabe es ist, "ästhetische Erscheinungen" zu untersuchen. Denn wie Kastner so schön sagt: "Kunst macht Dinge sichtbar, die man sonst nicht sieht."

"A Shadow of Beauty" ist bis einschließlich Freitag, 24. Oktober, in der Galerie Pich, Bodenseestraße 14, zu sehen. Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag und Freitag, 15 bis 19 Uhr.

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