Sportlicher Osterhase mit Rollerblades (li.), fleißiger Osterhase mit Schubkarre (re.): Samantha Höh, Verkäuferin von Café Richter in Planegg, hat viele Varianten im Angebot. Und bei der aktuellen Kälte geht Schokolade besonders gut. Foto: rutt

Schoko-Osterhasen sind beliebt

Würmtal - Der Endspurt läuft. Die Fastenzeit ist fast geschafft. Am Ostersonntag ist die Völlerei wieder erlaubt - und doch wird sich ihr nicht hingegeben.

Der große Braten ist nicht mehr recht angesagt. Der große Hase aus Schokolade auch nicht. Im Vergleich zu Weihnachten scheint Ostern ein Fest, an dem die Menschen sich in Zurückhaltung üben. Nur auf die Eier ist Verlass. Die werden nach wie vor gut verkauft.

„Natürlich macht sich der Osterbrauch bemerkbar, Eier werden für Kinder angemalt, versteckt, gesucht und gegessen“, erklärt der Pressesprecher der Rewe Markt GmbH, Thomas Bonrath. Doch wie viele zusätzliche Eier sein Supermarkt zu Ostern verkauft, will er genauso wenig preisgeben wie seine Kollegen von Tengelmann.

Der Geschäftsführer von Landmanns Biomarkt in Gräfelfing, Josef Pichler, ist da offener. Er schätzt, dass er vor Ostern rund 30 Prozent mehr Eier verkauft als sonst. Er hat nur ein Problem: „Am beliebtesten sind die weißen Eier, und Biohühner legen meistens braune.“

Gut für die Supermärkte, dass es den Eierbrauch gibt. Denn Schokolade geht zu Ostern nicht so gut, wie man meinen würde. „An Weihnachten verkauft man mehr“, sagt Pichler. „Das liegt an der Witterung“, meint Kerstin Rambold von Elly Seidl in Gräfelfing. Ihr Unternehmen produziert Pralinen - und Osterhasen. Wenn es draußen kalt sei, brauche man mehr Schokolade, erklärt sie. Darum sei die Weihnachtszeit die Schokoladenzeit. Wenn Rambold aus dem Fenster blickt und an den Schnee der letzten Tage denkt, sagt sie: „Wir können uns nicht beschweren.“ Für sie ist dieses Wetter ausgezeichnet. „Wäre es wärmer, würden die Leute weniger Schokolade kaufen.“ Trotzdem bevorzugen die Kunden zu Ostern kleine Hasen und im Dezember große Nikoläuse.

Elisabeth Mittermüller von der gleichnamigen Metzgerei in Krailling beobachtet bei ihren Kunden vor dem Osterfest eine ganz gelassene Haltung. Vor Weihnachten würden die Kochbücher gewälzt, jeder sei aufgeregt. Vor Ostern wollten die Leute nicht lange in der Küche stehen. „Sie verlangen nicht mehr so viele große Braten wie vor 15 Jahren“, sagt Mittermüller. Sie habe vor Ostern auch wesentlich weniger Vorbestellungen als vor Weihnachten.

Wer sich dennoch der Völlerei hingibt, hat aus medizinischer Sicht wenig zu befürchten. „Es kann sein, das Kinder Verstopfung oder Magenprobleme bekommen, wenn sie zu viele Eier und Schokolade essen“, sagt Saskia Hofmann, Arzthelferin in der Kinderarztpraxis von Dr. Regina Trammer in Planegg. Der Gräfelfinger Allgemeinarzt Dr. Bernhard Müllauer meint mit einem Schmunzeln: „Einmal Schlemmen an Ostern ist nicht so schlimm. Sie haben sich das ja durch die strikte Einhaltung der Fastenzeit verdient.“

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