Schüler bekommen neuen Ansprechpartner

Neuried - Die Grundschule Neuried soll einen pädagogischen Mitarbeiter bekommen, der sich speziell um die Kinder der gebundenen Ganztagsklassen kümmert.

Der Sozial- und Kulturausschuss befürwortete jetzt einstimmig die Schaffung einer Vollzeitstelle. Die Kosten in Höhe von rund 70 000 Euro jährlich muss die Gemeinde übernehmen.

Die Grundschule startete im September 2009 mit einer gebundenen Ganztagsklasse für Erstklässler. Inzwischen gibt es in jeder Jahrgangsstufe eine Ganztagsklasse, die zwischen 18 und 25 Schüler besuchen. In der gebundenen Ganztagsklasse ist der Unterricht über den ganzen Tag verteilt, während in der offenen Ganztagsklasse im Anschluss an den Vormittagsunterricht Angebote zur Förderung und Betreuung bestehen.

Regelmäßige Gespräche zwischen Schulleitung, Eltern und Lehrern hätten ergeben, dass eine pädagogische Fachkraft dringen nötig sei, so Verena Knoll, Konrektorin an der Neurieder Grundschule. Sie trug das Anliegen gemeinsam mit Sven Hantke als Elternvertreter und Silke Schulz vor, die seit sechs Jahren in Ganztagsklassen arbeitet und derzeit eine zweite Klasse betreut. „Uns gehen manchmal als Lehrkräfte die Ressourcen aus“, sagte Schulz. Es fehle ein Bindeglied zwischen Lehrern und dem Personal, das die Schüler in der Mittagspause betreue. „Wir brauchen jemanden, der die Kinder im Alltag kennt und konstant mit dabei ist.“

Hantkes Sohn Levin besucht seit dem ersten Schultag eine Ganztagsklasse. Inzwischen ist er in der vierten Klasse angelangt. „Es ist ein Riesenproblem an der Grundschule, dass es keinen Ansprechpartner gibt“, so Sven Hantke. Gerade in den Mittagszeiten gebe es viel Konfliktpotenzial. Hantke: „Die Kinder gehen mit Spannungen in den Nachmittagsunterricht.“ Das, so Konrektorin Knoll, sei normal, wenn Kinder „von 8 bis 16 Uhr im gleichen sozialen Verband sind“.

Der Bedarf leuchtete den Mitgliedern des Sozial- und Kulturausschusses ein. Sie taten sich aber mit der Steuerfinanzierung durch die Gemeinde schwer. „Gemeinden sind die Sachaufwandsträger der Grundschulen und werden immer mehr zu Personalaufwandsträgern“, sagte Markus Crhak (BZN). Bürgermeister Harald Zipfel sah die Gemeinde nicht unbedingt als richtigen Adressaten des Antrags. Konrektorin Knoll erinnerte daran, dass die Schaffung von Ganztagsklassen ausdrücklicher Wunsch der Gemeinde gewesen sei, damals unter Zipfels Vorgängerin Ilse Weiß.

Der Ausschuss scheute davor zurück, eigens eine Stelle in der Gemeinde zu schaffen. Die Verwaltung soll nun ausloten, ob der Kreisjugendring oder andere Institutionen bereit sind, im Auftrag Neurieds einen Sozialpädagogen abzustellen.

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