Schulleiter für Bundesjugendspiele

Würmtal - Bundesjugendspiele gehören abgeschafft. Das findet eine Mutter aus Konstanz und startete eine Petition im Internet. Schulleiter im Würmtal reagieren mit Unverständnis.

„Ich hätte ein Fach, das man genauso schnell abschaffen könnte: Mathe.“ Die Schulleiterin des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums Brigitte Schmid-Breining reagiert amüsiert auf die Frage, ob die Bundesjugendspiele abgeschafft gehören. Ebenso wie Mathematik ist das Laufen, Werfen und Springen im Wettkampf nicht jedermanns Sache.

Generationen von ehemaligen Schülern erinnern sich an diesen Tag im Sommer, der jedes Jahr aufs Neue für Enttäuschung sorgen konnte. Es bekommen nicht alle Schüler Ehren- oder Siegerurkunden. Viele erhalten den Trostpreis: eine Teilnahmeurkunde. Um Enttäuschungen vorzubeugen, fordert eine Mutter aus Konstanz daher, die Bundesjugendspiele abzuschaffen. „Ich verstehe auch, dass es Schüler frustriert“, sagt Schmid-Breining. Es sei schade, wenn man keine Erfolgserlebnisse erzielen könne. Doch sie würde die Bundesjugendspiele deshalb nicht gleich abschaffen.

Ihr Kollege Hendrik Rehn vom Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasium (KHG) ist ganz ihrer Meinung. Er sagt: „Wir können Erfolg und Misserfolg im Leben nicht abschaffen.“ Im Gegenteil: „Wir müssen lernen, Erfolg und Misserfolg zu verkraften.“ Es sei die Aufgabe der Schule, die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Die Niederlagen könne man ihnen nicht nehmen. Weniger Chancen für Misserfolg bedeuteten im Übrigen auch weniger Chancen für Erfolg, meint Rehn.

Die Rektorin der Planegger Grundschule ist ebenfalls dagegen, die Spiele abzuschaffen. Eva Reindl sagt: „Die Bundesjugendspiele bieten eine der wenigen Möglichkeiten, bei denen Kinder, die im Sport gut sind und woanders nicht, auch mal Erfolg haben können.“

Der Direktor des KHG als Verfechter der Spiele führt ein weiteres Argument an. Es gebe viele Kinder, die vor allem im Wettkampf lernen. „Vor allem Jungs sind so gepolt“, sagt er. Man könne die Benotung nicht abschaffen. Wenn das für manche ideal sei, entziehe man denen, die dazu den Wettkampf brauchen, die Möglichkeit zu lernen, erklärt Rehn.

An der Kraillinger Grundschule werden die Spiele als Spiele begriffen. Zwischen den Wettkämpfen gebe es Spielstationen und zum Schluss ein Eis, erklärt Rektorin Alexandra Helfrich. „Von unserer Seite wird nicht viel Druck aufgebaut, wir sehen das als Gemeinschaftserlebnis“, sagt sie. Im Kollegium habe man über die Petition der Konstanzer Mutter gesprochen und sich für die Spiele entschieden.

In Neuried finden heuer nur in den einzelnen Klassen Spiele statt. Aber Rektor Franz Mitterer sagt: „Wir würden bestimmt nicht dafür plädieren, die Bundesjugendspiele abzuschaffen.“ Der Wettkampf mache den Kindern Spaß, das würden auch seine Kollegen bestätigen.

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