Schulneubau soll in Raten entstehen

- Geld reicht nicht für alle Wünsche

VON MARTIN SCHULLERUS Gräfelfing - Die Wünsche der Gräfelfinger Gemeinderäte beim geplanten Neubau der Volksschule sind Relikte eines goldenen Zeitalters. So ehrenhaft der Wille sein mag, den Kindern ein Höchstmaß an Raum und Ausstattung zu gewähren, so unbezahlbar ist er derzeit. Die Finanzlage der Gemeinde, die heute sparen muss wie seit Jahrzehnten nicht mehr, zwingt zu neuer Bescheidenheit. Nun bahnt sich ein Ausweg an, der die finanziellen Zwänge und die pädagogischen Wünsche unter einen Hut zu bringen verspricht: das Bauen in Raten.

Wer in Raten baut, zahlt auch nur in Raten. Und so legte Prof. Eberhard Schunck den Gemeinderäten auf deren Wunsch am Donnerstag die Kosten für zwei zeitlich getrennte Bauabschnitte vor.

Im ersten Abschnitt würde demzufolge die vom Schulbauprogramm empfohlene Klassenzahl entstehen, abweichend lediglich in zwei Punkten: Die Klassenzimmer hätten die von den Gemeinderäten gewünschte Größe von 70 Quadratmetern, und es entstünden zusätzlich zwei Räume für die Mittagsbetreuung. In einem zweiten Bauabschnitt könnten dann jene Räumlichkeiten geschaffen werden, die die Schulbehörde als Luxus erachtet, wie zusätzliche Klassen, eine Küche, Lehrmittel- und zwei Textilarbeitsräume.

Während der erste Bauabschnitt etwa 5,5 Millionen Euro kosten soll, entfallen auf den zweiten nochmal 2,4 Millionen. Darin ist weder die Restaurierung des alten Rathauses enthalten noch der ebenfalls notwendige Neubau der Turnhalle. Letzteren beziffert Prof. Schunck auf 2,3 Millionen Euro.

Dieter Sommer (IGG) stellte in der Sitzung zufrieden fest, dass die abschnittsweise Realisierung technisch machbar sei. Sommer: "So kommen wir finanziell geschickter über die Runden und erhalten uns das großzügige Konzept." Allerdings ist die Finanzierung selbst des ersten Bauabschnittes samt Turnhalle (zusammen 7,8 Millionen Euro) nicht gesichert. Wie berichtet, kann die Gemeinde aus heutiger Sicht bis 2005 mit Mühe 7 Millionen Euro dafür aufbringen.

Die Entscheidungsfindung zum Schulneubau soll nun mit einem runden Tisch weiter gehen, an dem Vertreter von Elternschaft, Schulleitung, Gemeindeverwaltung und -rat Platz nehmen werden.

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