Campus Martinsried

Semesterstart: Heimstudium mit Ausnahmen

1494 junge Leute beginnen in diesem Wintersemester am LMU-Campus in Martinsried/Großhadern ein Studium. Coronabedingt herrscht weiterhin Ausnahmesituation auf dem Gelände: Gebäude sind teils gesperrt, die meisten Veranstaltungen finden digital statt.

Die Studenten des LMU-Campus Martinsried/Großhadern werden im neuen Wintersemester ihre Vorlesungen und Seminare coronabedingt großteils digital absolvieren, es gibt aber auch einige Präsenz-Veranstaltungen.

VON PETER SEYBOLD

Martinsried/Großhadern – 868 junge Frauen und Männer fangen nach den vorläufigen, noch nicht endgültigen Zahlen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) im Wintersemester ein Humanmedizin-Studium an, 265 mit Chemie und Pharmazie, 361 mit Biologie. Die Fächer werden zu guten Teilen in Martinsried und Großhadern gelehrt, zum Teil in der Münchner Innenstadt. Insgesamt sind damit 6492 Studenten in Humanmedizin eingeschrieben, 1978 in Chemie und Pharmazie und 2049 in Biologie. Der Frauen-Anteil ist wie immer hoch: 65,4 Prozent der Humanmedizin-Studenten sind Frauen. Bei Chemie und Pharmazie sind es 60,5, und bei Biologie sind 64,4 Prozent der Studenten weiblich. Alle Zahlen sind trotz der Corona-Ausnahmesituation ungefähr vergleichbar mit denen des letzten Wintersemesters.

Semester wird großteils digital ablaufen

Coronabedingt wird das kommende Semester zu großen Teilen digital ablaufen. Viele Vorlesungen und Seminare finden online statt. Veranstaltungen, die zunächst im Präsenz-Format abgehalten werden, können je nach Lage im Laufe des Semesters schnell umgestellt werden. „Wie viele tatsächlich vor Ort stattfinden, wird gerade noch geprüft und kann sich schnell ändern“, sagt LMU-Sprecherin Katrin Röder. Alle Räume wurden nach den Corona-Auflagen geprüft und die entsprechenden Maximalkapazitäten festgelegt. „Wir gehen nach dem aktuellen Stand daher davon aus, dass vor allem kleinere Veranstaltungen mit maximal 20 bis 30 Studenten, wenn möglich, vor Ort stattfinden werden“, sagt Katrin Röder. Stets werden dabei die Kontaktdaten aller Teilnehmer erfasst. Priorität bei den Planungen der LMU haben Einführungsveranstaltungen für Erstsemester in kleinen Gruppen sowie Labor- und Praxisveranstaltungen der Mediziner.

Mehr Präsenzunterricht als im Sommersemester

An der medizinischen Fakultät waren im Sommersemester alle Präsenzveranstaltungen komplett verboten. Nun sieht die Lage anders aus: „Das gesamte Grundcurriculum im ersten Studienabschnitt kann per Fernlehre absolviert werden. Weiter sind derzeit praktische Veranstaltungen mit freiwilliger Teilpräsenz geplant. Das bedeutet, dass Studierende einen Teil der normal üblichen Kurse und Praktika vor Ort an der Uni absolvieren können, wenn sie das möchten“, erklärt Röder. Die anderen Fakultäten haben ebenso ihren Betrieb umgestellt. So plant die Fakultät für Biologie etwa nur freiwillige Kurzpraktika, Forschungspraktika und Abschlussarbeiten als Präsenz-Veranstaltungen anzubieten. An der Fakultät sind circa 40 Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice. Das Gebäude der Biologen an der Großhaderner Straße 2 bis 4 bleibt zunächst geschlossen.

Mensa seit Oktober wieder in Betrieb

Insgesamt sind die Räumlichkeiten in Martinsried und Großhadern teils offen, teils zu. Das StuBistro auf dem Campus war im Mai die erste Einrichtung des Studentenwerks, die nach dem Lockdown wieder geöffnet hatte. Die Mensa ist zusätzlich seit dem 12. Oktober wieder in Betrieb. Andere gastronomische Einrichtungen wie die „StuLounge“ in Martinsried haben hingegen weiterhin geschlossen.

Das sich in Bau befindliche „Institut für chemische Epigenetik“ hätte eigentlich diesen Herbst an die LMU übergeben werden sollen. „Der Innenausbau ist noch nicht vollständig abgeschossen, da es zu coronabedingten Verzögerungen kam. Die Übergabe ist nun für das Frühjahr 2021 vorgesehen“, sagt Katrin Röder.

Am Mittwoch, 18. November, findet der erste Spatenstich für ein Parkdeck über dem Biologie-Parkplatz der Universität statt. Das Parkdeck ist Teil der geplanten Verlängerung der U 6 nach Martinsried, sodass der Spatenstich zugleich der symbolische Start des Großprojektes U-Bahnverlängerung ist.

Rubriklistenbild: © Dagmar Rutt

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