Beirat erneut abgelehnt

Kraillinger Seniorenbeauftragte tritt zurück

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Krailling - Auch der zweite Anlauf, in Krailling einen Seniorenbeirat einzurichten, ist gescheitert. Die Seniorenbeauftragte Dietlind Freyer-Zacherl zog deshalb Konsequenzen.

Ältere Menschen werden in Krailling nicht mehr Mitspracherecht erhalten. Die Einrichtung eines Seniorenbeirats als beratendes Gremium hat der Gemeinderat am Dienstag mit den Stimmen von CSU und UWK abgelehnt – wie schon im Oktober 2014.

Das Thema war im Nachgang zur Kraillinger Bürgerversammlung Anfang März erneut auf die Tagesordnung gesetzt worden. Waltraud Asam, Vorsitzende der örtlichen Senioreninitiative, hatte dort ein leidenschaftliches Plädoyer für eine verstärkte Teilhabe der älteren Generation an der Gemeindepolitik gehalten. Und für ihren Antrag, sich damit nochmals im Gemeinderat zu beschäftigen, eine breite Mehrheit erhalten.

Die Kraillinger Seniorenbeauftragten, Eleonore Zwißler (CSU) und Dietlind Freyer-Zacherl, waren im Hinblick auf den Nutzen eines Seniorenbeirats völlig konträrer Auffassung. Zwißler hielt ein derartiges Gremium für schlicht überflüssig. Es gebe keinen Grund, „ohne Not Bürokratie und Kosten zu produzieren“, sagte sie. In Krailling und im Würmtal gebe es genügend Einrichtungen, um ältere Menschen zu erreichen und deren Belange wahrzunehmen. So etwa die dem Sozialnetz Würmtal-Insel angegliederte „Lokomotive“. Die Gemeinde sei zudem dabei, von Asam in der Bürgerversammlung angesprochene Mankos zu beseitigen, beispielsweise durch die Einrichtung eines Senioren-Fahrdienstes oder einer Tagespflege.

Freyer-Zacherl verwies darauf, dass Senioren in der Gemeinde für zahlreiche Ehrenämter benötigt und eingesetzt werden. „Sie haben einfach mehr zeitliche Kapazitäten als junge Menschen.“ Im Gegenzug müsse man ihnen aber auch Rechte zugestehen. Ein Seniorenbeirat biete des Weiteren die Möglichkeit, ältere Menschen in die Ortsplanung einzubeziehen und dadurch bauliche Mängel abzustellen. „Über viele Hindernisse laufen wir einfach hinweg.“ Ähnlich sah dies Adrienne Akontz (Grüne). Die Gemeinde könne von der Sichtweise und Zeit der Senioren profitieren. „Ich glaube, das wäre eine Bereicherung.“ Im Gemeinderat fanden diese Argumente jedoch keine Mehrheit. Freyer-Zacherl zog nach der Abstimmung sofort Konsequenzen und legte ihr Mandat als Seniorenbeauftragte nieder.

Abgelehnt wurde auch der Antrag von Sebastian Sefzig (FDP), die Einrichtung weiterer Beiräte zu prüfen. Er hatte angeregt, nicht nur Senioren, sondern auch Jugendliche sowie ausländische Mitbürger über ein eigenes Gremium stärker in die Gemeindepolitik einzubeziehen.

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