Der neue Vorstand der Senioreninitiative Krailling: (v.li.) Waltraud Asam, Otto Popp, Horst Lehrer, Ulrich Treiber und Hannelore Louis-Schmitz. Foto: Rutt

Senioreninitiative: Kritik an der Chefin

Krailling - Dietlind Freyer-Zacherl wirft Waltraud Asam mangelnde Kooperationsbereitschaft vor.

Die Chemie stimmt nicht mehr: Dietlind Freyer-Zacherl hat eine erneute Kandidatur für den Vorstand der Senioreninitiative Krailling abgelehnt. Sie will nicht länger mit der Vorsitzenden Waltraud Asam zusammenarbeiten. Seit Gründung der Senioreninitiative Krailling im Jahr 1990 steht Waltraud Asam an der Spitze des Vorstandes, bis heute setzt sich die 85-Jährige für die Belange älterer Menschen in der Gemeinde ein. Die Arbeit in der Führungsriege läuft unter ihrer Regie jedoch offenbar nicht immer harmonisch ab. Das wurde am Mittwoch bei der Hauptversammlung deutlich, zu der rund 40 Mitglieder in die Kraillinger Brauerei kamen. Dietlind Freyer-Zacherl, die vier Jahre dem Vorstand angehörte, stellte sich nicht mehr zur Wahl. „Hinter den Kulissen ist es nicht immer so lustig, wie es scheint“, so Freyer-Zacherl, eine der beiden Seniorenbeauftragten der Gemeinde. Deshalb habe sie sich dazu entschlossen, ihre Tätigkeit zu beenden. Waltraud Asam überreichte ihr zum Abschied einen Büchergutschein.

Das dürfte nichts daran ändern, dass das Tischtuch zwischen beiden zerschnitten ist. „Ich wurde wie Barbara Maletzke und Karin Wolf aus dem Vorstand gedrängt“, sagte Dietlind Freyer-Zacherl im Gespräch mit unsere Zeitung. Die Zusammenarbeit mit Asam habe seit geraumer Zeit nicht mehr geklappt - vor allem, weil es an Vertrauen gemangelt habe. Asam habe ständig alles nachkontrolliert und ihr hinterher telefoniert. „Ich bin aber nicht ihre Schülerin. Ich lasse mich nicht dirigieren.“

Freyer-Zacherl kritisiert, dass es in der Senioreninitiative unter Asam keinen Raum für innovative Ideen gebe. Vorschläge, in das Programm Neuerungen wie etwa Spielnachmittage oder ein Gedächtnistraining aufzunehmen, seien stets abgeblockt worden. Erst nach langem Kampf sei es gelungen, das Caritas-Altenheim einzubinden und auch dort Veranstaltungen durchzuführen.

Ihre Entscheidung, sich aus dem Vorstand zurückzuziehen, hat Freyer-Zacherl der Vorsitzenden nach eigener Aussage vor Weihnachten mitgeteilt. „Seither wurde ich total ausgeklammert.“ Sie habe deshalb schon mit dem Gedanken gespielt, ganz aus der Senioreninitiative auszutreten.

Bei den Neuwahlen wurde Waltraud Asam mit 39 Stimmen (bei einer Enthaltung sowie einem ungültigen Stimmzettel) als Vorsitzende im Amt bestätigt. Dem Vorstand gehören weiter Ulrich Treiber, Horst Lehrer und Otto Popp an. Für Freyer-Zacherl rückt Hannelore Louis-Schmitz nach. Die ehemalige Berufsschullehrerin ist gebürtige Nordrhein-Westfälin, lebt aber bereits seit 23 Jahren in Krailling. Sie hat vier Kinder, eines davon hatte sie vor vielen Jahren als Flüchtlingskind bei sich aufgenommen. Jetzt freue sie sich auf ihre neue Aufgabe. „Die Senioreninitiative ist eine tolle Sache“, urteilte Louis-Schmitz.

Ein Problem stellen die Mitgliedsbeiträge dar. Ohne die finanzielle Unterstützung der Gemeinde, die die Initiative im vergangenen Jahr mit 2000 Euro bezuschusste, hätte der Vorstand bereits eine Beitragserhöhung durchsetzen müssen, erklärte Ulrich Treiber im Rahmen seines Kassenberichts. In den letzten beiden Jahren hätten mehr als 40 der rund 260 Mitglieder ihre Beiträge nicht bezahlt. Treiber appellierte deshalb an die Spendenbereitschaft. Ansonsten müsse man die Beiträge anpassen.

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