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Völkerverständigung: Gräfelfinger Gymnasiastinnen vor einem Bild in Krzyzowa (Kreisau), das an das Zusammentreffen von Tadeusz Mazowiecki, erster freigewählter Ministerpräsident Polens, und Bundeskanzler Helmut Kohl drei Tage nach dem Mauerfall erinnert.

Sieben Schülerinnen auf Polenreise

Botschafter des Kurt-Huber-Gymnasiums

Wenn Gräfelfings Schüler auf Reisen gehen, dann nicht nur, um Spaß zu haben.

Sieben Schülerinnen des Kurt-Huber-Gymnasiums (KHG), die sich für Politik, Europa und Austausch interessieren, und zwei Lehrerinnen unternahmen nun eine Bildungsreise nach Polen und schufen damit eine Tradition. Sie besuchten Krakau, Auschwitz-Birkenau, Breslau und Kreisau . Sie setzten sich unter anderem mit der Verfolgung der Juden auseinander und mit den Widerständen gegen Nationalsozialismus und Kommunismus. Auch Polens Position in der Europäischen Union wurde diskutiert. „Der Blick nach Osteuropa ist uns ein großes Anliegen“, erklärt Lehrerin Stefanie Fehlhammer. Der deutsch-polnische Austausch ist daher ab jetzt Programm.

Auf ihrer Studienfahrt sammelten die Zwölftklässlerinnen Erkenntnisse und knüpften Kontakte, von denen die ganze Schule profitieren soll. Nicht nur, dass die anderen Klassen einen Vortrag und eine Ausstellung zu erwarten haben. Wer sich künftig für das Wahlfach „Politik und Zeitgeschichte“ einschreibt, soll ebenfalls in den Genuss einer solchen Reise kommen. „Das waren unsere Botschafter“, sagt Lehrerin Stefanie Fehlhammer über die kleine Gruppe, die diesmal dabei war.

Kreisau soll Mittelpunkt der künftigen Fahrten werden. Dort sollen dann drei Tage lang Schüler der neunten bis zwölften Klassen aus Gräfelfing auf gleichaltrige Polen treffen. Dabei wird es einen Übersetzer geben, denn Polnisch werde am KHG nicht unterrichtet, sagt Fehlhammer. „Die 60 Kilometer von Breslau entfernte Ortschaft Kreisau ist heute vor allem wegen der dortigen Jugendbegegnungsstätte interessant“, erläutert Schülerin Svenja Efinger.

Aber auch die Geschichte des Gutes Kreisau ist nicht uninteressant. Es war die Heimat von Helmut James von Moltke und der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis in der Zeit des Nationalsozialismus. An diesem symbolträchtigen Ort soll den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, Geschichte zu erfahren. Beide Seiten, Gräfelfinger und Polen, könnten dort gegenseitige Vorurteile ausräumen, wünscht sich Fehlhammer. Selbstverständlich würden auch künftige Reisegruppen nicht ausschließlich Kreisau besuchen, sondern ebenfalls Krakau, Auschwitz-Birkenau und Breslau.

Finanziert wurde die erste Reise nach Polen mit Hilfe des Fördervereins des Kurt-Huber-Gymnasiums. Fehlhammer spricht von einer Anschubfinanzierung. Künftige Fahrten würden von der „Bundeszentrale für politische Bildung“ bezuschusst. Schließlich geht es bei dieser Fahrt des Wahlfachs „Politik und Zeitgeschichte“ nicht nur um Spaß, sondern auch um Bildung.

Victoria Strachwitz

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