Skepsis bei Infrastruktur-Projekten

Würmtal - Das Grünzug-Netzwerk Würmtal sieht mehrere Infrastruktur-Projekte kritisch. Darunter: ein Gewerbegebiet und einen Dauerbrenner im Straßenbau.

Die Alarmglocken schrillten, als 2002 die Diskussion um den Autobahn-Südring ins Rollen kam. Auch gegenwärtig nimmt das damals gegründete Grünzug-Netzwerk Würmtal aktuelle Projekte prüfend unter die Lupe. Darunter „zwei Felder, die sehr schnell relevant werden können“, wie Vorstandsmitglied Joachim Bender, Ortsverbandssprecher der Gräfelfinger Grünen, betont. Er zählt zu den insgesamt 18 Mitgliedern des Vereins, der sich aus ehemaligen Würmtaler Umweltverbänden entwickelte. Satzungsziel sind Erhalt und Ausbau von Grünflächen im Würmtal bis hinein in den Münchner Südwesten.

Den Teilnehmern der Jahreshauptversammlung stellte Bender am Montag gleich zwei akute Punkte vor Augen. Momentan beunruhige ihn ein Widerspruch hinsichtlich der St 2063 neu, warnte Bender. Einerseits werde in Gräfelfing über einen zweiten Autobahnanschluss ausschließlich für das Gewerbegebiet nachgedacht, gleichzeitig aber auch über einen Kreisel auf der Würmtalstraße in Höhe Neurieder Weg/Lochhamer Straße. Kritisch seien auch die Überlegungen der Gemeinde Gauting zur Ausweisung neuer Gewerbegebietsflächen nahe Unterbrunn. „Inwieweit stehen hier Wälder in Frage, werden Naturräume belastet?“, unterstrich der Kommunalpolitiker seine Warnung. „Da müssen wir wachsam bleiben und ein Auge drauf haben.“

Zuvor waren Kassenwart und Vorstand entlastet worden, hatte Folker Paetsch den Kassenbericht abgelegt sowie die Vorsitzende Johanna Rieke den Rechenschaftsbericht.

In Martinsried tauschten die Mitglieder weitere Informationen zum Sachstand einzelner Würmtal-Kommunen aus. Einige von ihnen sind amtierende Gemeinderäte, so Anneliese Bradel und Herbert Stepp, beide bei der Grünen Gruppe 21 in Planegg engagiert, ferner Werner Engl, Bündnis 90/Grüne, aus Krailling oder Anne Franke, Bündnis 90/Grüne, aus Gauting. Misstrauisch beäugt wird die Umgestaltung des Planegger Bahnhofsareals in Hinblick auf eine mögliche ersatzlose Streichung des bisher am Höhenweg bestehenden Begleitgrüns. Oder die Unterkellerung des Neubauprojekts von Webasto an der Würm in Stockdorf, „hier fallen sicher einige Bäume zum Opfer“.

Bei einer möglichen Umsetzung des Raumordnerischen Entwicklungskonzepts ROEK sei ebenfalls Vorsicht geboten. Was geschehe beispielsweise mit dem Areal um Maria Eich bei einer Nachverdichtung? Laut ROEK könnte der Siedlungsdruck durch Wohnbebauung an S-und U-Bahn-Haltestellen im Umkreis von 400 Metern aufgefangen werden. Oder was passiere mit dem Trenngrün, das womöglich einer Querverbindung zwischen der neuen U-Bahn-Haltestelle Martinsried und dem Ortskern weichen müsse? Das Grünzug-Netzwerk jedenfalls bleibt wachsam.

eb

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