Der Eigenanbau von Gemüse liegt im Trend. In Krailling haben Bürger auf dem Sonnenacker der Solidargemeinschaft „Starnberger Land“ seit 2017 dazu die Möglichkeit. Heuer stehen bereits 115 Hobbygärtner in den Startlöchen.Foto:DR
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Der Eigenanbau von Gemüse liegt im Trend. In Krailling haben Bürger auf dem Sonnenacker der Solidargemeinschaft „Starnberger Land“ seit 2017 dazu die Möglichkeit. Heuer stehen bereits 115 Hobbygärtner in den Startlöchen.

Gemüse selbst anbauen

Sonnenäcker: „Krailling ist der Renner“

Der Kraillinger Sonnenacker an der Forst-Kasten-Straße und der Krautgarten in Neuried verzeichnen heuer einen enormen Zulauf. Jeder möchte sein eigenes Gemüse anbauen.

Würmtal – Wer sein Gemüse selbst anbaut, ist autark und weiß, dass später echte Bio-Kost auf den Tisch kommt. Diesen Wunsch hegen in diesen Wochen viele – insbesondere in Corona-Zeiten, wo der Drang nach draußen in die freie Natur noch größer scheint als sonst, bestätigt Judith Birken vom Netzwerk „Unser Land“ in Starnberg. Die dazugehörige Solidargemeinschaft „Starnberger Land“ betreut neun Sonnenäcker, darunter auch den Kraillinger. „Krailling ist dabei der absolute Renner“, sagt Judith Birken. Waren es im vergangenen Jahr noch 83 Pächter, stehen für 2021 bereits 115 Hobbygärtner in den Startlöchern. Und die Anmeldefrist läuft noch bis zum 6. April.

Noch Plätze zu vergeben

Der zuständige Landwirt habe in der Forst-Kasten-Straße auch das Feld rechts vom Feldweg dazu genommen, sodass eine doppelt so große Fläche zum Anbau bereitsteht, berichtet Birken. Es sind also noch Plätze zu vergeben. Jede Parzelle, ein sogenannter Bifang, ist ungefähr 80 Quadratmeter groß und kostet 66 Euro. Ab Mitte April wird der Boden vom Landwirt saatfertig für die Pächter gemacht. Danach erfolgt die Ackerübergabe. Birken: „Pandemiebedingt werden wir jeden Bifang mit dem Namen des Pächters kennzeichnen, da nicht wie sonst die Übergabe gemeinsam stattfinden kann.“

Auch viele Münchner bewerben sich

Für alle neuen Hobby-Gärtner bietet die Solidargemeinschaft einen Online-Informationsabend am 31. März an. „Wir stehen unseren Pächtern aber natürlich auch das ganze Jahr über mit Rat und Tat zur Seite,“ sagt Birken. Das große Interesse, speziell am Kraillinger Sonnenacker, erklärt sich Judith Birken mit der Nähe zu München. Primär seien es zwar Kraillinger und Planegger, die sich bewerben – aber eben auch viele Münchner, die keinen eigenen Garten besitzen.

Warteliste für „Krautgarten“

Dies ist auch mit ein Grund dafür, warum der „Krautgarten“ in der Nachbargemeinde Neuried für dieses Jahr bereits seine Garteneinheiten komplett vergeben hat. „Wir haben eine Warteliste“, informiert Andreas Wenzel vom Organisationsteam Krautgarten, einer Arbeitsgruppe des Vereins „Wir in Neuried e.V.“ (WIN). Dass jedoch jemand kurzfristig abspringen wird, denkt Wenzel nicht. Zu begehrt seien die Fleckchen zum Selbst-Gärtnern in der Nähe von Pflanzen-Ries. Somit hätten nach Ostern 104 Pächter (2020 waren es noch 87) die Möglichkeit, ihren grünen Daumen unter Beweis zu stellen. Bis Mitte April werde auch hier der Acker gefräst, abgemessen und neu eingeteilt.

Bauerngarten erweitert

Eine Chance, trotzdem noch seine eigenen Kartoffeln und Tomaten in den nächsten Monaten anzupflanzen, bietet der Mitbegründer des Krautgartens und Verpächter des Feldes, Ben Wegscheider. In direkter Nachbarschaft zum Krautgarten hat Wegscheider ab diesem Jahr das Angebot um seinen „Bauerngarten“ erweitert. Von den 30 Parzellen in den Größen 90, 120 und 150 Quadratmetern zu drei Euro pro Quadratmeter sei noch die Hälfte frei. Dabei seien Kraut- und Bauerngarten keine Konkurrenten, betont Wegscheider, sondern lediglich organisatorisch voneinander getrennt. Wegscheider: „Im Bauerngarten werden die Beete allerdings auf drei Jahre von den Pächtern bewirtschaftet, ohne dazwischen umgepflügt zu werden.“

Kontakt

Interessenten für eine Parzelle erreichen Ben Wegscheider unter Telefon 0157/39 26 03 31 oder per Mail an b.wegscheider@gmx.de. Infos für den Kraillinger Sonnenacker unter www.unserland.info/starnberger-land/starnberger-land-projekte/sonnenaecker.

VON CAROLIN HÖGEL

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