Sozialbestattungen

Würdiges Begräbnis für die Ärmsten

Würmtal - Nur der Tod ist umsonst, heißt es. Doch auch der kann viel Geld kosten. Und manchmal müssen dann die Gemeinden einspringen.

Einige Tausend Euro kann eine Beerdigung kosten. Nicht jeder Angehörige kann diese Summe bezahlen – auch nicht im Würmtal, selbst wenn die Menschen in der Region als wohlhabend gelten. Einige Verstorbene haben keine Angehörigen. In beiden Fällen springen die Kommunen im Würmtal ein und finanzieren so genannte Sozialbestattungen.

Grundsätzlich passiert das eher selten. Aber, wie Petra Hierl-Schmitz, die Leiterin der Ordnungs- und Sozialverwaltung der Gemeinde Gräfelfing, feststellen muss: „Es gibt doch Menschen, die niemanden mehr haben.“ In den vergangenen anderthalb Jahren habe ihre Gemeinde sieben Sozialbestattungen bezahlt. Alleine heuer seien es bereits zwei gewesen.

„Grundsätzlich recherchieren wir ausführlich, ob es Angehörige oder Vermögen gibt.“ Doch manchmal sei das eben nicht der Fall. „Wenn wir niemanden finden, übernimmt die Gemeinde die Kosten“, sagt sie. „Da kommen schon rund 2000 Euro pro Bestattung zusammen“, erklärt Hierl-Schmitz. Es stimmt sie traurig, dass es Bedürftige gebe, beispielsweise Hartz-IV-Empfänger, die niemanden mehr haben, der ihre Bestattungskosten zahle.

In Neuried tritt der Fall deutlich seltener ein. „Wir hatten in Neuried im Jahr 2012 eine Sozialbestattung und seitdem keine mehr“, sagt die Sprecherin der Gemeinde, Inke Franzen. „Die Angehörigen wollten die Bestattungskosten damals nicht übernehmen“, erklärt sie. Laut den Unterlagen der Gemeinde habe Neuried damals 572,03 Euro bezahlt, die dann dem Landratsamt München in Rechnung gestellt worden seien. Die übrigen Gemeinden reichen die Kosten nicht weiter, sondern begleichen die Rechnung selbst.

In Planegg kommen Sozialbestattungen öfter vor, aber höchstens einmal im Jahr. In manchen Jahren auch gar nicht. Doch wenn die Gemeinde die Kosten für eine Beerdigung übernimmt, „dann kommt da schon was zusammen“, sagt auch Planeggs Ordnungsamtsleiter Martin Götz.

Der Geschäftsleiter der Kraillinger Gemeindeverwaltung Franz Wolfrum sagt, wenn seine Kommune die Kosten für eine Beerdigung übernehme, koste das wie in Gräfelfing rund 2000 Euro. In Krailling trete der Fall ein bis drei Mal pro Jahr ein. „Es gibt einen ganz normalen Sarg und eine würdige Bestattung“, erklärt er. Gebe es keine Erbmasse oder keine Erben, sei die Gemeinde bestattungspflichtig. Immerhin: In einem von drei Fällen bekomme die Gemeinde das Geld von den Erben zurück.

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