Erntezeit Mitte Juni – vorab verkaufen Siegfried Eberle und Claudia Radu Erdbeeren aus dem Allgäu.  
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Erntezeit Mitte Juni – vorab verkaufen Siegfried Eberle und Claudia Radu Erdbeeren aus dem Allgäu.  

Erdbeerfelder im Würmtal öffnen Mitte Juni

„Spätester Erntebeginn aller Zeiten“

Genuss mit Geduld: So spät fing die Erdbeerernte im Würmtal noch nie an. Doch ab Mitte Juni können die süßen Früchte wieder frisch von den Feldern gepflückt und vernascht werden.

Würmtal – Pur aus der Schale, als Nachtisch mit Vanilleeis oder selbst gepflückt vom Feld – Erdbeeren versüßen den Sommer. Dieses Jahr müssen sich Erdbeerliebhaber allerdings in Geduld üben. „Die Ernte beginnt heuer zwei Wochen später als sonst“, sagt Wilhelm Storz, der in Martinsried, Neuried und in Buchendorf Felder zum Selbstpflücken betreibt. „Die Früchte haben jetzt erst begonnen zu blühen. Ab Mitte Juni sind sie reif.“ Auf den Feldern der „Eberle-Gärten“ in Frohnloh und in Buchendorf startet die diesjährige Erdbeerernte ebenfalls frühestens ab dem 10. Juni. „Es ist der späteste Erntebeginn aller Zeiten“, erzählt Siegfried Eberle, der Betreiber der Eberle-Gärten.

Mai war zu kalt

Normalerweise werden Erdbeeren, die aus botanischer Sicht gar nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelfrüchten beziehungsweise Sammelnussfrüchten zählen, Ende Mai bis Anfang Juni geerntet. Dieses Jahr ist es anders: Der viele Regen im April war sehr gut für die Früchte, sagt Eberle, doch die niedrigen Temperaturen haben das Wachstum der Früchte um zwei bis drei Wochen verzögert. „Wenn die Temperaturen unter 10 Grad liegen, herrscht bei den Früchten Wachstumsstillstand“, erklärt Siegfried Eberle. „Am liebsten wachsen Erdbeeren unter freiem Himmel, mögen viel Wasser und brauchen die Sonne zur Ausbildung des Aromas“, so Eberle. Im Idealfall scheint tagsüber die Sonne und nachts regnet es.

Der Mai ist kältebedingt immer gefährlich für die Erdbeeren, erklärt Wilhelm Storz. „Wir hoffen jetzt auf gutes Wetter und dass kein Nachtfrost mehr kommt“. Auf seinen Feldern in Martinsried, Neuried und Buchendorf wachsen verschiedene frühe, mittlere und späte Sorten, die ab Erntebeginn für etwa fünf Wochen selbst gepflückt werden können. Solange der Vorrat reicht, bietet Storz vor Ort auch bereits gepflückte Erdbeeren in der Schale an.

Neue Frühsorte

Siegfried Eberle probiert heuer erstmalig eine nur einmal blühende Frühsorte mit Walderdbeeraroma aus. Ergänzend und ebenfalls neu zum Testen, gibt es auch eine einjährige Spätsorte, die bis Anfang August Früchte trägt. Je nach Ergebnis und Reaktion seiner Kunden, pflanzt Eberle nächstes Jahr vielleicht auch mehr von den Testerdbeeren an. Die Standardsorte, die er jährlich pflanzt, heißt Asia und „trägt wunderschöne und anfangs sehr große Früchte mit sensationellem Aroma“. Besonders bei Kindern seien die großen Früchte sehr beliebt.

„80 bis 90 Prozent unserer Kunden pflücken die Erdbeeren selbst. Vor allem vergangenes Jahr war die Nachfrage sehr gut“, erzählt Eberle. Wegen Schlagregens gingen damals allerdings etliche Früchte kaputt, und so konnte auch die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden. „Das tat ganz schön weh. Normaler Regen macht der Erdbeere nichts aus, aber Schlagregen, also Regen mit viel Windkraft, zerstört die Frucht“, sagt Eberle.

Sobald die Erdbeeren Mitte Juni reif zum Pflücken sind, geben Eberle und Storz die Öffnungszeiten über Inserate und ihre Internetseiten www.eberle-gaerten.de und www.storz-erdbeerkulturen.de bekannt. Bis dahin können sehnsüchtige Erdbeerliebhaber an den Verkaufshütten der Eberle-Gärten in Frohnloh oder Buchendorf auch schon die Frühsorte „Clery“ aus dem Allgäu kaufen. Diese sind nicht unter freiem Himmel, sondern unter einem Folientunnel gereift und daher schon jetzt erhältlich. Eine Schale mit 300 Gramm gibt es zu 4,90 Euro. Geöffnet haben die Holzstände ab mittags – allerdings nur bei schönem Wetter. Wenn der Verkauf der örtlichen Erdbeeren von Siegfried Eberle und Wilhelm Storz beginnt, bleiben die Felder auch bei Regen geöffnet.

Lara Listl

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