SPD-Kandidatur: Jugend gegen Erfahrung

Planegg - Am Dienstag treten Bela Bach (24) aus Planegg und Annette Ganssmüller-Maluche (53) um das Amt der SPD-Unterbezirksvorsitzenden München-Land an.

Als jüngste Bundestagskandidatin der SPD ist die Planeggerin Bela Bach mit 22 Jahren vom Kreisverband mit überwältigender Mehrheit nominiert worden. Bei den Wahlen 2013 unterlag sie damals mit 19,6 Prozent gegen Florian Hahn (CSU). Bach ist im Kreisvorstand der SPD aktiv, ebenso im Planegger Ortsvorstand. Für sie spricht, dass Amtsinhaberin Natascha Kohnen, Generalsekretärin der Bayern SPD, die Jurastudentin als Nachfolgerin propagiert.

Annette Ganssmüller-Maluche, eine der Stellvertreterinnen des Landrats, zwang Christoph Göbel (CSU) in die Stichwahl und erzielte ein mehr als respektables Ergebnis. Als stellvertretende Fraktionschefin vertritt sie die SPD im Kreistag. Für den Ismaninger Ortsverein sitzt sie im Gemeinderat und im Vorstand.

Im Münchner Hofbräukeller wird am Dienstag, 10. März, geheim gewählt. Ob sich die Ortsvereine auf eine Kandidatin verständigen oder den Delegierten nur eine Empfehlung mit auf den Weg geben - niemand vermag zu kontrollieren, welcher Name auf welchem Zettel landet. Wichtige Ortsvereine wie Kirchheim-Heimstetten, Unterschleißheim und Oberhaching stellen den Delegierten die Entscheidung daher wohl frei. Der SPD-Ortsverein Planegg stellt sich hinter die Kandidatur von Gemeinderätin Bela Bach und hat dies in einem Schreiben an die Ortsvereine im Unterbezirk begründet. „Bela Bach wird eine fordernde, streitbare und impulsgebende Vorsitzende sein“, heißt es dort.

Eine Meinung gebildet haben sich auch die Ortsvereine Unterhaching und Unterföhring. „Es ist kein Geheimnis, für wen wir uns stark machen“, sagt der frühere Bürgermeister Franz Schwarz. In Unterföhring setzt man auf Bela Bach als Hoffnungsträgerin, will ein Signal an die Jugend senden. Außerdem dürften die Unterföhringer Genossen Annette Ganssmüller-Maluche nicht vergessen haben, dass sie im Kreistag für den Bau eines neuen Gymnasiums in ihrem Heimatort Ismaning gestimmt hat - gegen Unterföhring.

Die Unterhachinger Genossen dagegen vertrauen auf die Erfahrung von Annette Ganssmüller-Maluche. Laut Waltraud Rensch sind die Delegierten in ihrer Entscheidung frei. Die Mehrheit aber sei für die erfahrene 53-Jährige, die sich des Öfteren im Ort habe blicken lassen. Als ausschlaggebend erweisen könnte sich, dass die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen zu Ganssmüller-Maluche steht. „Das ist kein Votum gegen Bela“, sagt Rensch. In Unterhaching ist man aber der Ansicht, dass das junge Talent noch zu sehr mit dem Studium beschäftigt ist. Eine Meinung, die Natascha Kohnen nicht teilt. Für sie stellt Bach nicht nur ein politisches Talent dar. „Der SPD tut gut, dass sie so jung und besonnen ist.“ Dass Bach zu sehr mit ihrem Studium beschäftigt sei, ist für Kohnen kein Argument. Schon im Alter von 22 Jahren habe ihr die SPD den Bundestagswahlkampf zugetraut. „Ohne im Studium nachzulassen, hat sie einen großen Kampf geliefert.“ Am liebsten würde sie Bach schon ab 2017 in Berlin sehen. Als Unterbezirksvorsitzende hätte sie die geeignete Hausmacht hinter sich. „Bela ist groß genug. Die kann das schaffen.“

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