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Alte und neue Vorsitzende des SPD-Unterbezirks München-Land: Natascha Kohnen (links) gratulierte ihrer Wunsch-Nachfolgerin Bela Bach aus Planegg mit Blumen.

Kampfabstimmung

SPD: Planeggerin Bach (24) neue Chefin

Planegg - Bela Bach (24)  aus Planegg ist neue Chefin der SPD München-Land. Landratskandidatin Ganssmüller-Maluche hatte klar das Nachsehen.

Schon vor dem Bundestagswahlkampf der damals 22-jährigen Bela Bach begann Natascha Kohnen, Generalsekretärin der Bayern-SPD, „das politische Talent“ Bach als Nachfolgerin im Unterbezirk München-Land unter ihre Fittiche zu nehmen. Mehr noch: Wie Landtagsabgeordneter Peter Paul Gantzer dem Münchner Merkur verriet, sollte das „Projekt Bach“ dem Kreisverband endlich wieder einen Vertreter in Berlin verschaffen. Die Ortsvereine seien mit im Boot gewesen, sagt Gantzer. Da funkte plötzlich Annette Ganssmüller-Maluche dazwischen.

Mit ihrer Kandidatur zur Kreisverbandschefin hätte keiner der Macher um das „Projekt Bach“ gerechnet. Die Ismaningerin hatte einen, so Kohnen, „fulminanten Wahlkampf“ um das Landratsamt geführt, sollte sich in ihrer „guten Position“ als Vize-Landrätin auf die Kommunalwahlen vorbereiten, findet Axel Markwardt.

Die bessere Rede verliert

Per Münzwurf fiel am Dienstagabend die Entscheidung, welche Kandidatin sich zuerst vorstellen durfte. Bachs Adler gewann. Von einem Omen aber konnte zunächst keine Rede sein. Anders als ihre im Kreistag zuweilen ungelenk wirkenden Reden, lieferte Ganssmüller-Maluche eine ihrer besten Ansprachen ab. Die 53-Jährige überzeugte durch Witz und Motivation. Mit ihrem Vergleich einer Wahl zwischen Dali oder Rubens, gewann sie Sympathien auch derer, die dem Bach-Lager zugewandt waren. „Ich sehe mich als barocken Vertreter“, sagte sie. Ein Abend mit Schweinsbraten und Schafkopfen gelte ihr als gelungener Abend. „Bayerische Lebensfreude täte der SPD gut.“ Am Ende überspannte sie den Bogen, als sie den Genossen anbot, von der Popularität ihrer Person zu profitieren.

Bela Bach dagegen blieb eher blass mit ihren Vorschlägen, ein Kompetenzteam aufzubauen, um personell ausblutenden Ortsvereinen auf die Beine zu helfen. Eine Datenbank soll durch das Ausscheiden älterer Genossen verloren gehendes Wissen bewahren. Vor allem will sie die politikverdrossene Jugend motivieren. Ihre Niederlage 2013 führt sie unter anderem darauf zurück, dass 18 Millionen Wähler, zumeist unter 30 Jahren, den Urnengang verschmähten.

Ex-Landrätin nennt Bach "Federgewicht" 

Hinzu kam, dass Franz Schwarz als Fürsprecher Bela Bachs gegenüber Markus Schwab auf Seiten von Ganssmüller-Maluche einen zu braven Eindruck hinterließ. Schwab, SPD-Vorsitzender aus Ismaning, trug einen Brief der früheren Landrätin Johanna Rumschöttel vor, in dem diese die Studentin Bach als überfordertes „Federgewicht“ bezeichnete, die es vor den Fallstricken des Amts zu schützen gelte. Mit vorrückender Stunde wurden die Kommentare bissiger, auch wenn Natascha Kohnen um gegenseitigen Respekt gebeten hatte. In dieser Debatte mag Bach die Punkte gesammelt habe, die sie letztlich gar nicht mehr benötigte. In Erinnerung bleibt Peter Paul Gantzer, der Rumschöttel ob ihrer persönlichen Angriffe schalt: 2013 habe man Bach noch Berlin zugetraut. Edith Otiende-Lawani (28) aus Haar entkräftete Bedenken, ihr Studium könne Bach behindern: Unter Applaus rief die aus Kenia stammende Jura-Studentin: „Wenn sogar ich aus einer anderen Kultur mit schlechteren Sprachkenntnissen das Studium packe, schafft Bela das mit links.“

Klares Ergebnis für Bach

Mit ihrer Ankündigung, „eine starke Stimme für die SPD im Kreis“ zu sein, vereinte Annette Ganssmüller-Maluche nur 31 Delegierte hinter sich. Bela Bach gewann 64 Stimmen und durfte Glückwünsche und Blumen entgegen nehmen.

as

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