Mit 160 km/h durch das Würmtal

Spektakuläre Verfolgungsjagd

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Mit über 160 Stundenkilometern ist ein 53-jähriger VW-Fahrer am Dienstag vor der Polizei geflüchtet. Die rasante Verfolgungsjagd durch das Würmtal beschäftigte Streifenbeamte mehrerer Inspektionen. Der Grund für die wilde Flucht klingt banal.

Krailling – Filmemacher aus Hollywood hätten die spektakuläre Verfolgungsjagd wohl kaum besser inszenieren können, die am Dienstagnachmittag im Würmtal stattgefunden hat. Dabei begann alles recht harmlos gegen 14.40 Uhr an der Kreuzung der Autobahnauffahrt zur A 96 „Germering-Süd“ mit der Staatsstraße 2544, der Verlängerung der Germeringer Straße aus Planegg: Ein an der roten Ampel wartender Audi-Fahrer winkte ein zufällig passierendes Streifenfahrzeug der Polizeiinspektion Germering herbei und teilte den Beamten mit, dass er von dem vor ihm stehenden Fahrer massiv genötigt worden sei, berichtet die Polizei. Die Beamten fuhren nach Grünschaltung der Ampel hinter den beschuldigten Fahrer des VW Passat und machten ihm deutlich, er solle anhalten, damit sie ihn einer Kontrolle unterziehen könnten. Doch anstatt der Aufforderung nachzukommen, gab dieser Vollgas.

Trotz Verbots habe er mehrere Fahrzeuge auf der Germeringer Straße bei einer Geschwindigkeit von mehr als 140 km/h überholt, so Andreas Ruch, Vizechef der Germeringer Inspektion. Die Streife nahm die Verfolgung auf und forderte Unterstützung aus Planegg und Gauting an.

Über die Sanatoriums- und die Fischerfeldstraße flüchtete der VW-Fahrer auf die Pentenrieder Straße und Richtung KIM. Mit einer Geschwindigkeit von über 160 Stundenkilometern – 60 sind erlaubt – und trotz dichten Verkehrs überholte er weiter. Am Kreisverkehr bog der Passat über den Konrad-Zuse-Bogen ins Gewerbegebiet ab, wo er letztlich in der Sackgasse der Pionierstraße gestellt werden konnte. „Der muss gefahren sein wie ein Irrer“, sagt Ruch, „Man kann wirklich von Glück sagen, dass bei dem dichten Verkehr nichts passiert ist.“ Drei Streifen aus den Inspektionen in Planegg und Gauting waren nur am Rande an der Verfolgungsjagd beteiligt.

Der VW-Fahrer war ein 53-jähriger, polizeibekannter Fürstenfeldbrucker. Völlig entkräftet blieb er auf der Einstiegsleiste der Fahrertür sitzen und wagte keine weitere Flucht zu Fuß. Die Beamten fanden zügig den recht banalen Grund für die rasante Verfolgungsjagd: Der 53-Jährige besitzt keine Fahrerlaubnis. Zudem wurde bei dem Mann ein Gegenstand gefunden, der auf den ersten Blick wie ein spezieller Korkenzieher aussieht. Ruch nennt es jedoch einen „Dornenstecher“, weil er angespitzt war. Die „Waffe“ wird derzeit genauer untersucht – ob der Fürstenfeldbrucker deswegen mit einer weiteren Anzeige rechnen muss, ist offen.

Die Polizei ist nun auf der Suche nach Zeugen. In erster Linie bittet sie den Audi-Fahrer, der von der Nötigung berichtete, sich unter Telefon 89 41 57-110 zu melden; ebenso Zeugen, die während der Verfolgungsjagd von dem Passat überholt wurden.

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