Staatsstraße 2063 neu: Ratsfraktionen positionieren sich

Gräfelfing - Am 21. April stimmen die Gräfelfinger per Bürgerentscheid über die kleine Lösung eines Neubaus der Staatsstraße 2063 ab. Die Ratsfraktionen beziehen Position - pro und contra

Es war ein Votum mit viel Missverständnis-Potenzial: Als die Gräfelfinger Gemeinderäte Ende Januar beschlossen, den Gräfelfingern am 21. April die kleine Lösung der Umgehungsstraße zur Wahl zu stellen, fiel dieses Votum einstimmig. Dabei ging es freilich nur um die Entscheidungsmöglichkeiten für die Bürger - und bedeutet keineswegs, dass alle Fraktionen eine Umgehungsstraße überhaupt befürworten.

Besonders früh hatte sich die SPD festgelegt: Egal wie die Prüfungen der Varianten ausfallen würden, wollten die Sozialdemokraten gegen eine wie auch immer geartete Umgehungsstraße mobil machen. Dabei ist es geblieben. Ähnlich sieht es bei der AIG aus, die schon von Beginn an Skepsis an den Tag legte und bei ihrem Nein bleibt. Auch die Grünen-Empfehlung, am 21. April keine neue Straße zu befürworten, ist keine Überraschung: Sie sind stets und grundsätzlich gegen jeden Straßenneubau.

Doch nun hat auch die IGG, einst sogar Antragsteller für eine große Lösung, selbst die kleine Lösung rigoros verworfen. Auf Merkur-Anfrage sagte Fraktionschefin Petra Schaber: „Wir halten diese Schrumpfversion für nicht sinnvoll und werden für den Status quo sein. Gräfelfing braucht diese Straße in dieser Form nicht.“ Das Geld sei an anderer Stelle besser zu verwenden.

Überraschend deutlich bezieht hingegen die FDP Position für die kleine Lösung, die zwischen der neuen Autobahn-Anschlussstelle im Norden und der Würmtalstraße im Süden verlaufen soll. Gemeinderat Jörg Scholler: „Wenn wir nicht einmal diese kleine Lösung bekommen, ist außer Spesen nichts gewesen. Das kann es doch nicht sein.“ Es könne doch nur darum gehen, welche Form der Umgehungsstraße den Verkehr außerhalb des Ortes verlagern solle, nicht ob es überhaupt eine geben solle. Diese Notwendigkeit liege auf der Hand.

Größter Befürworter der kleinen Lösung, nachdem die große Lösung unrealistisch wurde, ist die CSU. Sie sieht hier große Chancen für eine zukunftsweisende Verkehrsentlastung Gräfelfings. Entschieden empfiehlt auch der Bürgerverein seinen Wählern dieses Votum, wenn ihm auch die große Lösung am liebsten gewesen wäre.

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