Staatsstraße 2063 neu weiterhin Thema

Planegg - In Planegg wird die Staatsstraße 2063 neu weiter kontrovers diskutiert. Am Montag war sie erneut Gegenstand im Gemeinderat.

Das Thema Staatsstraßenneubau entwickelt in Planegg eine neue Dynamik. Drei Jahre nach ihrer Beerdigung beschäftigten die Gedankenspiele zur Fortführung der St 2063 neu auf Planegger Gebiet am Montag den Gemeinderat. Jüngster Anlass zur Diskussion waren zwei Anträge zum Umgang mit der Verkehrsfrage im aktuell laufenden Planungsprozess zur Martinsrieder Ortsmitte. Wie berichtet, hatte die CSU beantragt, den Gemeinderatsbeschluss vom November 2009, der die Planegger Ablehnung der St 2063 neu scheinbar dauerhaft manifestierte, für die Dauer der Ortsmitteplanung auszusetzen.

Der Antrag griff eine Aussage von Bürgermeisterin Annemarie Detsch auf, mit der diese in der Sitzung vom 26. April auf eine Anfrage von Max Gum-Bauer (FWD) geantwortet hatte. Es gebe keine Denkverbote, hatte Detsch damals gesagt. Folglich, so die Argumentation der CSU, müsse auch eine Fortführung der St 2063 neu, so sie in Gräfelfing kommt, als Lösungsmöglichkeit zur verkehrlichen Entlastung Martinrieds denkbar sein. „Es muss dann nicht die Staatsstraße werden. Es ist vielleicht auch eine andere Umgehung denkbar“, so der Fraktionsvorsitzende Hermann Nafziger. Nur dürfe der Beschluss von 2009 nicht länger bindend für die mit Martinsried befassten Planungsbüros sein.

Der Antrag wurde abgelehnt, neben der CSU stimmte nur die FDP zu. Gum-Bauer votierte dagegen, obwohl die Freien Wähler kürzlich ihre Haltung pro St 2063 neu bekräftigt hatten. Seine Fraktion hatte gemeinsam mit der SPD und der Grünen Gruppe 21 am 14. Mai einen eigenen Antrag eingereicht, der eine Einbeziehung der alten Ideen zur St 2063 neu nicht direkt beinhaltet, aber Gum-Bauers Meinung nach „viel weiter geht“: Man solle, so lautete der Inhalt des Antrags, den Planern alle Unterlagen, auch den letzten Planungsstand zur St 2063 neu, zur Verfügung stellen.

Zusätzlich solle die Verwaltung einen Kostenvoranschlag für eine Verkehrssimulation verschiedener Szenarien einholen. Diesem Antrag stimmten alle Gemeinderatsmitglieder zu. Gum-Bauer: „Wenn in Gräfelfing eine Entscheidung fällt, wissen wir bereits, was wir tun müssen.“

Dieses Vorgehen erscheint wie ein Kompromiss, mit dem keiner völlig zufrieden ist: Während Detsch die Frage einer Umgehung gerne ganz von der Ortsmitte trennen würde („es geht hier um Städtebau, nicht um Verkehrsplanung“), sieht es die CSU umgekehrt: „Mit der Ortmitteplanung vor der Verkehrslösung machen wir den dritten Schritt vor dem ersten“, fand Thomas Book.

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