Ehrung der erfolgreichsten Stadtradler durch Bürgermeisterin Annemarie Detsch (4.v.r.): Planegg und andere Würmtal-Gemeinden unterstützten im Vorjahr die Aktion. A-Foto: Höfle

Stadtradeln: Organisatoren wollen notfalls auch ohne Bundeszuschüsse weitermachen

Würmtal - Das beliebte „Stadtradeln“ muss heuer wohl ohne Bundesmittel auskommen. Die Organisatoren im Würmtal wollen die Aktion dennoch fortsetzen - notfalls auf Kosten der Gemeinden.

Viel Zeit bleibt nicht. Noch bis zum Freitag können Bürger die Petition unterschreiben, die den Bund dazu bewegen soll, das Projekt „Stadtradeln“ dauerhaft zu finanzieren. Bisher fehlen aber noch mehr als 45 000 Stimmen, damit sich der Petitionsausschuss mit dem Thema befasst. So läuft es wohl darauf hinaus, dass die Kommunen finanziell dafür aufkommen müssen, wenn sie sich heuer am „Stadtradeln“ beteiligen.

Seit 2008 veranstaltet das Klima-Bündnis, das größte europäische Netzwerk von Städten, Landkreisen und Gemeinden zum Klimaschutz, die bundesweite Aktion Stadtradeln. Im vergangenen Juli nutzten zahlreiche Gautinger, Kraillinger und Planegger die Gelegenheit, 21 Tage am Stück vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen (wir berichteten). Mit Hilfe einer speziellen Software wurde jeder Kilometer gezählt, die Gemeinden ehrten anschließend die erfolgreichsten Radler. Die Software kostet Geld. Die Werbung und die Organisation ebenso. Doch der Bund will seine finanzielle Unterstützung nicht fortsetzen.

Die Organisatorin in der Gemeinde Krailling, Susanne Brittinger, kann das verstehen: „Das war eine Starthilfe.“ Im vergangenen Jahr war die Aktion so erfolgreich, dass Brittinger meint, die Gelder seien für andere Aktionen inzwischen besser angelegt. Der Planegger Organisator, SPD-Gemeinderat Roman Brugger, ist anderer Meinung. Er zeigt wenig Verständnis dafür, dass die finanzielle Unterstützung gestrichen wird. „Es wundert mich sehr“, sagt er angesichts des Erfolgs der Aktion. Brugger hat die Petition, die Radler aus dem Landkreis initiiert haben, unterstützt, Brittinger hat es vor.

Thomas Leineweber vom Gräfelfinger Umweltamt hat ebenfalls unterschrieben. Die Gemeinde nahm bislang nicht am „Stadtradeln“ teil. Es gebe aber interne Überlegungen, in diesem Jahr mitzumachen. „Im Gemeinderat haben wir allerdings noch nichts beschlossen“, betont Leineweber. Als Mitglied im Klima-Bündnis bekäme Gräfelfing einen Rabatt auf die Teilnahmegebühr. Die Kosten beliefen sich damit auf gerade einmal 600 Euro. In Planegg und Krailling sind sich die Organisatoren angesichts der niedrigen Kosten sicher, dass eine erneute Teilnahme nicht am Geld scheitern wird.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Anpfiff für neues Kunstrasenfeld beim TSV
Anpfiff für neues Kunstrasenfeld beim TSV
Corona bremst Temposünder nicht
Corona bremst Temposünder nicht
Christkindlmärkte heuer allenfalls im Kleinformat
Christkindlmärkte heuer allenfalls im Kleinformat
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal

Kommentare