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Der geplante Umzug des Kraillinger Wochenmarktes auf den Paulhan-Platz ist Gegenstand eines Bürgerbegehrens.

Bürgerbegehren zum Standort des Wochenmarktes

Standbetreiber bleiben pragmatisch neutral

Das Bürgerbegehren zum Erhalt des Paulhan-Platzes läuft auf vollen Touren. Unmittelbar betroffen sind die Standbetreiber, die jedoch eher neutral bleiben. Für sie ist wichtig, dass der Markt bestehen bleibt – egal an welchem Standort.

Krailling – Seit Wochen sammeln sie Unterschriften und hängen Infozettel auf. Jetzt haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen eine Umsiedlung des Kraillinger Wochenmarktes auf den Paulhan-Platz und für den Erhalt der dortigen Grünfläche ausreichend Unterstützer gefunden (wir berichteten). Die mehr als tausend Unterschriften sollen am kommenden Donnerstag Bürgermeisterin Christine Borst überreicht werden.

Die Marktleute, die jeden Dienstag auf dem Privatparkplatz vor der Kraillinger Brauerei ihre Kunden mit frischem Gemüse, Käse, Fisch und Wurstwaren versorgen, äußern sich eher neutral zu dem Bürgerbegehren. Magdalena Mehringer, Standbetreiberin der Naturkäserei Tegernseer Land, ist sogar überrascht, dass das Ganze so ein Aufreger ist: „Ich bin grundsätzlich offen für beide Lösungen. Ich muss nicht rüber.“ Aber wegen „ein bisschen Wiese“, welche durch den Umbau einer Kies- oder Sandfläche weichen müsste, sei sie auch nicht gegen einen Wechsel. Der Paulhan-Platz erscheine ihr trotzdem relativ klein, auch wenn die Gemeinde ihn ausgemessen habe.

Den Erhalt des Paulhanplatzes als Grünfläche sieht auch Metzger Marinus Eberharter nicht als schlagendes Argument. Eberharter: „Der neue Marktplatz wäre doch eine Bereicherung für den Ort.“ Auf der anderen Seite könnte es seiner Meinung nach ein Problem mit den Parkplätzen geben. Momentan stellen die Kunden ihre Autos direkt am Markt ab. Das wäre mit einem Umzug nicht mehr so möglich.

Für Eberharter und Werner Klement, der seine Gärtnerei-Produkte seit dreißig Jahren in Krailling verkauft, geht es aber eigentlich um etwas ganz anderes. Der bisherige Eigentümer des privaten Parkplatzes sei gestorben und nun befürchte man, dass die Erbengemeinschaft von heute auf morgen den Standbetreibern durch einen Verkauf das Nutzungsrecht entziehen könnte. „Uns geht es nur um die planerische Sicherheit“, sagt Werner Klement. „Wenn der Platz verkauft wird, ist auch der Markt weg.“ Die Gemeinde hätte ihnen den Paulhan-Platz als adäquate Alternative zum jetzigen Standort angeboten. Das sei der einzige Grund für einen Platztausch.

Eva Fuchsberger, seit zehn Jahren Marktfrau für das Backhaus Cramer, verspricht sich durch die zentralere Lage in der Ortsmitte mehr Kundschaft. „Wir werden dort einfach besser gesehen werden. Ich habe in all den Jahren schon Werbebanner aufgestellt und Wurfzettel an die Bürger verteilt, und trotzdem kamen hier oft wenig Leute.“

Carolin Högel

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