Spatenstich im Garten der Stille: (vorne v.li.) Caroline Willy, Baudirektorin der Regierung von Oberbayern, Timo Herrmann von bbz Landschaftsarchitekten,  Bürgermeisterin Christine Borst und Kraillings Bauamtsleiter Helmut Mayer. Foto: Dagmar Rutt

Startschuss für neue Ortsmitte

Krailling - Die Gemeinde Krailling nimmt die Neugestaltung der Ortsmittein Angriff. Die Kosten für das Projekt drohen jedoch, aus dem Ruder zu laufen.

Die Gemeinde Krailling will ihr Ortszentrum aufwerten, durch attraktiver gestaltete Straßenräume, Grünbereiche und Plätze soll die Aufenthaltsqualität im Bereich zwischen zwischen Margaretenkirche und Paulhanplatz gesteigert werden. Initialprojekt ist der „Garten der Stille“, für den Ende jetzt der erste Spatenstich gesetzt wurde.

Auf Basis des Ortsentwicklungskonzepts hatte die Gemeinde im Vorjahr einen Ideen- und Realisierungswettbewerb durchgeführt. Insgesamt 16 Planungsbüros beteiligten sich, als Gewinner gingen aus dem Wettbewerb die bbz Landschaftsarchitekten sowie das Atelier PK Architekten aus Berlin hervor. Diese legten dem Gemeinderat jetzt eine Vorentwurfsplanung vor.

Kraillings Ortsmitte soll statt eines Fleckerlteppichs eine einheitliche Optik erhalten- sowohl im Hinblick auf Fahrbahn und Gehbereiche als auch auf die sonstige Ausstattung des Straßenraums, etwa mit Laternen. Die Planer schlagen vor, die Margaretenstraße als verkehrsberuhigten Geschäftsbereich auszuweisen. Die Stellplätze sollen neu angeordnet, die Bürgersteigbereiche erweitert werden. Hierfür müssten rund 30 Bäume weichen; summa summarum soll der Baumbestand aber erhöht werden. Die Baumaßnahmen sollen in zwei Phasen durchgeführt, zunächst im Abschnitt Margaretenstraße Nord, anschließend im südlichen Bereich.

Geschockt zeigten sich die Gemeinderäte von den für das Projekt veranschlagten Kosten. Timo Herrmann vom Büro bbz bezifferte diese auf 5,1 Millionen Euro. „Wir haben eine relativ genaue Schätzung gemacht.“ Im Wettbewerb hatte man als Vorgabe Kosten in Höhe von lediglich 3 Millionen Euro veranschlagt. Ursache für die Kostenmehrung sei, dass die zu gestaltende Fläche de facto größer sei als ursprünglich angenommen, sagte Herrmann. Ferner sei, wie ein Bodengutachten ergeben habe, der Untergrund der Straße in einem derart schlechten Zustand, das man einen neuen Unterbau benötige.

Werner Engl (Grüne) warnte angesichts der drohenden Kostenexplosion davor, die Planung voranzutreiben. „Das sollte nicht so weiterlaufen.“ Den Planern warf er vor, den Bestand nicht ausreichend in ihre Überlegungen einbezogen zu haben. Manche Straßenbereiche seien erst wenige Jahre alt. Rudolf Heidrich (FBK) forderte, die Bürger zu beteiligen, bevor weitere Schritte erfolgten. Bürgermeisterin Christine Borst relativierte die Kosten. Die Summe höre sich zwar gewaltig an, sagte sie, Maßnahmen würden aber über das Städtebauförderprogramm bis zu 60 Prozent bezuschusst. Die Bürgermeisterin will den Planungsprozess weiter transparent gestalten und die Bevölkerung über die Medien und Infoveranstaltungen auf dem Laufenden halten.

Der Startschuss für die Neugestaltung der Ortsmitte ist mit dem Spatenstich für den „Garten der Stille“ gefallen. Hinter der Margaretenkirche entsteht ein Rückzugsort, an dem sich Kraillinger künftig in unmittelbarer Nähe zur Würm erholen und entspannen können. Die Landschaftsgestaltung will man bis Ende des Jahres abschließen. Im Anschluss soll der erste Bauabschnitt in der Margaretenstraße Nord in Angriff genommen werden.

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