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Spardosen in allen Variationen: die Stiftungsrätinnen Corinna Pflästerer (li.) und Gertrud Reiter-Frick sowie Stiftungsvorstand und Bürgermeister Harald Zipfel mit einem Teil der Sammlung von Ernst Stark. Die Dosen werden am morgigen Samstag im Rahmen des Neurieder Dorffests verkauft.

Stiftung für bedürftige Kinder

Das Vermächtnis des Ernst Stark

Zu Lebzeiten hat Ernst Stark in Neuried angeprangert, was ihm nicht gepasst hat – oftmals mit Erfolg. Sein Erbe soll nun weiter Missstände mindern.

Als mitten auf einem Radweg eine Ampel stand, ging Ernst Stark auf die Barrikaden. Er nannte das einen Schildbürgerstreich. Auch als die Gemeinde Neuried den Gehweg auf der neuen Brücke über die Ortsumgehungsstraße M 4 in Richtung „Pflanzen Ries“ vergessen hatte, machte er Wirbel. Auf seine Initiative hin rüstete die Gemeinde den Weg dann für 73 000 Euro nach. 2012 starb der Neurieder mit 63 Jahren. Er hinterließ seine Frau Elisabeth Stark. Und einen letzten Willen. Denn er will auch posthum nicht ruhen. Mit Hilfe der "Stark Stiftung für Neuried" nimmt er sich nun der bedürftigen Kinder und Jugendlichen in Neuried an.

Am Samstag, 9. Juli, soll die Stiftung beim Dorffest erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Im Rathaus erinnert sich Bauamtsleiterin Dagmar Hasler gerne an Ernst Stark. Auch wenn er viele Beschwerdebriefe geschrieben habe: „Er war nicht der typische Querulant“. Hasler bezeichnet ihn als aktiven Bürger, der sich immer bedankt habe, wenn sie seinen Hinweisen nachgegangen sei. Jetzt hat die Gemeinde einen weiteren Grund, ihn in guter Erinnerung zu halten. Ernst Stark veranlasste die Gründung einer Stiftung und vererbte ihr ein Haus am Heimgartenweg, Geld, und eine Spardosensammlung mit über 1000 Exemplaren. Einige hundert dieser Spardosen will der Stiftungsrat am kommenden Samstag ab 12 Uhr beim Dorffest zum Verkauf anbieten.

Der Erlös komme zu 100 Prozent der Stiftung zu Gute, versichert Stiftungsrätin Corinna Pflästerer-Haff.“ Es sind ein paar ganz kuriose Exemplare dabei“, sagt sie. Eine Spardose habe die Form eines Schweines und sei einen halben Meter groß. Einige funktionierten mechanisch und seien zum Aufziehen. Auch viele Disney-Figuren seien dabei. Das Sortiment reiche vom Sammlerstück bis zum Kinderspielzeug. Die wirklich wertvollen Exemplare würden allerdings nicht beim Dorffest angeboten.

Die Verantwortlichen sind mit Starks Erbe gut beschäftigt. Als nächstes planen sie, das Dach des Hauses am Heimgartenweg auszubauen. Eine Wohnung des Hauses hätten sie bereits dem Landratsamt zur Unterbringung von Asylbewerbern angeboten, sagt Pflästerer-Haff. Eigentlich sind aber bedürftige Kinder und Jugendliche aus Neuried die Begünstigten der Stiftung. Sie können sich um Unterstützung bewerben. Ob eine langfristige finanzielle Hilfe angeboten oder beispielsweise Nachhilfestunden bezahlt würden, werde je nach Einzelfall entschieden, so Pflästerer-Haff.

Bevor die Stiftung aber richtig handlungsfähig ist, muss laut Harald Zipfel juristisch noch einiges aufgearbeitet werden. Der Gründungsprozess der Stiftung habe sich etwas zu lange gezogen. Zudem sei Ernst Stark kurz vor seinem Tod von einer Nachbarin als Erbe eingesetzt geworden. Das Finanzamt verlange nun Erbschaftsteuer. Aber Zipfel will nichts unversucht lassen, um der Stiftung einen möglichst großen Teil ihres Erbes zu sichern.

Wie der Stifter zu Lebzeiten, geht Zipfel auf die Barrikaden. Er will sich selbst ans Innenministerium wenden, um die geforderte Erbschaftssteuer zu minimieren, erzählt er. Zipfel sagt: „Wenn die Stiftung kein Barvermögen hat, schränkt sie das ein.“ Bedürftige Neurieder werden aber auch von der „Stark Stiftung für Neuried“ profitieren, sollte Zipfel mit seinen Bemühungen keinen Erfolg haben. „Wir haben Mieteinnahmen“, sagt Zipfel.

vs

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