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Entwurf von Hans Wechner: Drei Gemeinderäte, alle Architekten, haben sich bereits Gedanken für eine Bebauung von Maibaumwiese und Manhart-Grundstück gemacht.

Gemeinsames Projekt von Gemeinde und BRK im Gespräch

Bürgerhaus über Stiftung finanzieren

Noch gibt es keinen Ersatz für das Provisorium im Hubertus. Doch es gibt vermutlich einen Weg, wie Krailling, ohne viel Geld auszugeben, zu einem neuen Bürgertreff kommen könnte.

Krailling – Es liegt an der Ortsgrenze und war von Anfang an nur als Provisorium gedacht. Die Rede ist vom Kraillinger Bürgerhaus Hubertus, das für maximal fünf Jahre als Bürgertreff fungieren sollte – bis Ende 2017. Ein neuer Standort ist bereits beschlossen: die Maibaumwiese inklusive des angrenzenden Manhart-Grundstücks. Und drei Architekten, Werner Engl, Sebastian Sefzig und Hans Wechner, allesamt Gemeinderäte, haben sich schon einmal Gedanken über die Bebauung gemacht und erste Entwürfe vorgelegt (wir berichteten). Das Problem ist die Finanzierung. Doch jetzt scheint sich eine Lösung anzubahnen. Das Bürgerhaus könnte zu einem Bürger- und Rotkreuzhaus werden.

„Es könnte eventuell mit Mitteln der Bürger- und Rotkreuz-Stiftung finanziert werden“, sagt Bürgermeisterin Christine Borst. Damit wäre nicht nur den Kraillingern sondern, wie es scheint, auch der Stiftung geholfen. „Normalerweise unterstützt sie bedürftige Kraillinger Bürger“, erklärt Borst. Doch die Erträge der Stiftung seien derzeit aufgrund der niedrigen Zinsen sehr gering. Damit falle auch die Unterstützung klein aus. Eine Möglichkeit, den Zweck der Stiftung besser zu erfüllen, sei, das Geld für Kraillinger Bürger zu investieren, meint Borst, die Stiftungsrätin ist. „Wir lassen das gerade juristisch abklären.“

Die Stiftung ist, vor allem dank Karin Schreyer, die der Gemeinde mehr als zwei Millionen Euro vermachte, gut ausgestattet. Nach Einschätzung von Borst könne sie den Neubau nicht komplett, „aber zu einem großen Teil“ finanzieren. Für das Vorhaben braucht es die Zustimmung von Kraillings Gemeinderäten und des BRK-Kreisverbands Starnberg, der ebenfalls in den Gremien der Stiftung vertreten ist. Jan Lang, Kreisgeschäftsführer des BRK Starnberg, scheint von der Idee angetan. Wenn die Stiftung das Gebäude finanziere, müsse es dem Zweck der Stiftung dienen und damit der Altenhilfe, der Behindertenhilfe und der Kinderjugendhilfe, erklärt er. Derzeit werde daher diskutiert, welche Angebote und welche Räume die genannten Gruppen und die Vereine bräuchten. „Da gibt es viele Ideen“, ergänzt Borst. Lang spricht von einer Quadratur des Kreises. „Es soll in einem gefälligen Baukörper unterkommen, der nicht zu groß werden soll.“ Aber er ist optimistisch.

Laut Borst befindet man sich derzeit in der Phase des „Brainstorming“. Das bestätigt auch Lang, es gebe noch keinen Zeitplan. „Aber die gute Botschaft ist: Es wird ein Angebot geben“, so der BRK-Geschäftsführer. Angedacht ist auch, in einem neuen Bürgerhaus eine Tagespflege unterzubringen.

Victoria Strachwitz

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