IZB stößt an seine Kapazitätsgrenze

Martinsried: - Das Martinsrieder IZB stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Angesichts des konjunkturellen Aufschwungs hegen viele Firmen Expansionspläne, die das Biotech-Gründerzentrum jedoch nicht mehr befriedigen kann.

Martinsried -Der Biotechnologie-Cluster in Martinsried prosperiert. Diese gute Nachricht überbrachte Peter Hanns Zobel, Geschäftsführer des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie (IZB), am Donnerstagabend dem Planegger Gemeinderat. Da die Kommune mit einer Einlage von 3000 Euro Minderheitsgesellschafter ist, erhält sie Einblick in die Bilanz. Zobel war am Donnerstag persönlich anwesend, um den Räten vom Geschäft des vergangenen Jahres, der gegenwärtigen Situation und dem Ausblick in die Zukunft zu berichten.

Besonders erfreulich ist, dass die Auslastung des Zentrums derzeit nahezu 100 Prozent beträgt. Nur im Keller seien noch einige Quadratmeter zu vermieten, "die bekommen wir aber demnächst auch los", sagte Zobel, bei dem das Telefon im Moment nicht still steht: Das IZB kann sich vor Interessenten kaum retten. Als vor einigen Jahren die Börsenblase platzte, habe das Zentrum dagegen noch ums Überleben kämpfen müssen, erinnerte Zobel.

Auch wenn die Biotech-Branche boomt, sieht die Ertragslage nach den Worten des IZB-Geschäftsführers nach wie vor "düster" aus. Im Moment steht die Gesellschaft mit 7,8 Millionen Euro bei Kreditinstituten in der Kreide, das entspricht einer Reduzierung der Verbindlichkeiten um rund 25 Prozent im Vergleich zu 1996, dem Gründungsjahr des IZB.

Im Jahr 2006 musste die Gesellschaft eine Million Euro Verlust ausweisen. Laut Zobel sei dies bei Mietpreisen, die im IZB bei mit 11,50 Euro kalt deutlich unter Marktniveau liegen, nicht anders möglich. Der Freistaat als Hauptgesellschafter verfolge mit dem Gründerzentrum auch nicht das Ziel, Gewinne zu erwirtschaften. Der IZB-Chef berichtete dem Gremium aber auch von der anderen Seite der Medaille. Der Boom im Biotech-Sektor habe dazu geführt, dass viele Unternehmen an eine Erweiterung denken. "Wenn diese Firmen hier aber kein Angebot bekommen, werden sie Martinsried irgendwann verlassen", prophezeite Zobel. "Der Weggang von großen Firmen ist möglich."

Bürgermeister Dieter Friedmann versicherte, die in Martinsried ansässigen Firmen mit allen Mitteln halten zu wollen. Mit dem neuen Gewerbegebiet in Steinkirchen, für das derzeit ein kompliziertes Bebauungsplanverfahren läuft, sei die Gemeinde Planegg gut aufgestellt: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wenig los am Wochenende
„Campus At Home“ bringt nicht die erhofften Belegungszahlen. Deswegen möchte das Martinsrieder Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) das Konzept des …
Wenig los am Wochenende
Sanierung des Bergerweihers fraglich
Bleibt der Kraillinger Bergerweiher ein Badegewässer? Die ursprünglich für 2019 geplante Sanierung des stark verschlammten Teichs ist jedenfalls erst einmal verschoben.
Sanierung des Bergerweihers fraglich
Beer Star Award 2018:Bayern im Bierhimmel
Deutschland ist Bier-Weltmeister: Bei dem in Gräfelfing ausgetragenen Beer Star Award 2018, einem der wichtigsten internationalen Bier-Wettbewerbe, heimsten deutsche …
Beer Star Award 2018:Bayern im Bierhimmel
Leihräder an 24 Stationen
An 24 Standorten können die Würmtaler bald Fahrräder ausleihen und zurückgeben. In einigen Wochen sollen die ersten Würmtaler Stationen des Leihradsystems der Münchner …
Leihräder an 24 Stationen

Kommentare