Strandspaziergang mit Folgen

- Witek Okon stellt schillernde Motive in der Stadtbücherei aus

VON BENEDIKT GARSKY Pasing - Die Bäckerstraße sorgt immer für genügend Attraktionen. Ganz gleich ob es sich um Kleiderschnäppchen handelt, oder um das leibliche Wohl durch die vielen Märkte. Auch die Kunst hat großen Gefallen gefunden an der Meile.

Es war ein lauer Sommerabend anno 1976 als Johanna Wachsmann-Freigaßner an einem der unzähligen Strände am Toten Meer entlang ging. Dabei stieß sie auf den Polen Witek Okon. Die beiden verstanden sich auf Anhieb, obwohl sie bis heute nicht dieselbe Sprache sprechen.

Die Unterhachingerin war derart angetan von Okons Kunst, dass sie sich überlegte, wie man günstig die Werke ausstellen kann. "Und dann kam mir die Idee mit der Stadtbücherei", sagt sie. Das Ergebnis: Im zweiten Stock der Stadtbibliothek hängen 35 Bilder von Okon.

Es fällt dem Betrachter sofort auf, dass der Maler ein vielseitiges Spektrum hat. Nicht nur die unterschiedlichen Größen der Werke untermauern das, auch die Motive. Da steht man vor einem farbenfrohen Blumenstrauß und beim nächsten Schritt taucht man in eine kahle Gebirgswelt ein. Okon führt das auf seine unterschiedlichen Phasen zurück: "Durch die vielen Jahre verändert man sich." Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und so werden sich die Kritiker darüber streiten, ob Okon teilweise dem Kitsch verfallen ist. Die "Abendstimmung im Blumenfeld" ist eines dieser Beispiele. Das 1000 Euro teure Bild wird manchen Betrachter in Verzückung versetzen; andere dagegen mögen es als "1000 Mal bereits gesehen" abstempeln. Für Okon ist das kein Problem. Er weiß, dass er mit seiner Kunst nicht nur auf Anerkennung stößt.

Die größte Unterstützung bekommt er von Wachsmann-Freigaßner. Sie erhofft sich einige Verkäufe in der Bibliothek. Die Preise beginnen bei 200 Euro. Das Teuerste ist eine Phantasie mit dem Titel: "Don Quichote sucht Dulcinea". Noch bis zum 20. Juni werden die Bilder ausgestellt. Eine Zeitdauer, die in einer Galerie kaum möglich wäre. Die zweitgrößte Bücherei Münchens hat dagegen ein offenes Ohr für Okons Kunst.

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