Streit um Ehrenbürgerwürde: Unverständnis bei CSU 

Krailling - Die CSU reagiert auf die Ankündigung der Kraillinger Opposition, der Veranstaltung zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Dieter Hager fernzubleiben, mit Kopfschütteln. Sie wirft der Opposition „Kleinmut“ vor.

Die CSU hatte mit ihrer Mehrheit im Kraillinger Gemeinderat durchgesetzt, dem ehemaligen CSU-Bürgermeister Dieter Hager die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Daraufhin kündigten FBK, FDP und SPD/Grüne an, die für September geplante Veranstaltung zur Verleihung des Ehrentitels an Hager zu boykottieren. Die CSU-Fraktion weist jetzt in einem Schreiben, das dem Würmtal-Merkur vorliegt, die Vorwürfe der Fraktionen FBK, FDP und SPD/Grünen gegen Hager scharf zurück.

Die Opposition habe während der besagten Gemeinderatssitzung ausreichend Gelegenheit gehabt, ihre Gegenargumente vorzubringen. „Leider wurde dabei klar erkennbar, dass Teile der Opposition nicht bereit waren, von ihrer festgelegten Ablehnungshaltung abzugehen“, heißt es in dem Schreiben der CSU-Fraktion. Die Ehrenbürgerwürde einer Gemeinde werde verliehen für „außergewöhnliche Verdienste, und diese kann man Dieter Hager nicht absprechen“, heißt es weiter. Hager habe, als er vom Abzug der Pioniere im Kreuzlinger Forst erfuhr, sofort die Chance für Krailling erkannt, auf dem versiegelten, erschlossenen und zum Teil bereits bebauten Areal ein Gewerbegebiet zu planen und damit die Gemeindefinanzen Kraillings auf ein zweites Standbein zu stellen, betont die CSU.

CSU lobt Hagers Einsatz für Natur und Umweltschutz

„Zusammen mit der FDP im Gemeinderat – sie gehörte damals noch nicht zum Kraillinger Oppositionsblock – wurde gegen den erbitterten Widerstand von FBK, SPD/Grüne das Gewerbegebiet entwickelt“, heißt es. Daneben habe sich Hager nach Ansicht der CSU-Fraktion in „außergewöhnlichem Maße“ für den Natur- und Umweltschutz eingesetzt, wie zum Beispiel für Pelletheizungen, die Anpachtung des Osthangs, die Neugestaltung des Bergerweihers und des Pentenrieder Weihers, die Renaturierung des Ressbaches „und vieles mehr“.

Insgesamt, will die CSU ausgerechnet haben, seien in Hagers Amtszeit über 280 000 Quadratmeter landwirtschaftlicher Grund als Naherholungsflächen den Bürgern zur Verfügung gestellt worden.

Altbürgermeister sei immer auf Konsens bedacht gewesen

Die Vorwürfe gegen den Vorgänger von Christine Borst will die CSU nicht stehen lassen. „Widerstand heißt in Krailling nicht nur politischer Widerstand, sondern persönliche Anfeindungen und zum Teil nur sehr schwer zu ertragende Angriffe gegen die eigene Person bis hin zu Aufsichtsbeschwerden“, betonten die Autoren des Briefes. Die politische Landschaft in Krailling „ist wahrlich gespalten“, dies sei aber mit Sicherheit nicht das Verschulden von Dieter Hager. Dieser habe immer versucht, die Gegenseite mitzunehmen und Konsens zu erreichen.

Dass sich die Opposition an den Bürgermeistern der CSU reibe, sei nichts Neues, heißt es am Ende des Briefes. „Dass sie soweit geht, selbst drei Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt diesen Boykott zu betreiben, zeigt zum einen die Kleinmütigkeit, zum anderen wie tief die Unversöhnlichkeit und Abneigung der Opposition gegen die CSU im Allgemeinen und die Person Hager in Krailling ist.“

Offenbar wünscht sich die CSU, dass die Gemeinderäte von FBK, FDP und SPD/Grünen trotz aller Querelen doch zu dem Festakt zu Ehren Hagers kommen. Denn der von Fraktions-Chef Peter Weigert unterzeichnete Brief endet mit einem Appell: „Demokratie bedeutet, auch Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren oder zumindest zu tolerieren und nicht zu boykottieren.“

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