Stunk um die Schmutzzulage

- Gleichbehandlung stößt bei Teil der Beschäftigten auf Unverständnis

VON MARTIN SCHULLERUS Gräfelfing - Auch wenn die Grenze zwischen Abfällen und Wertstoffen fließend ist, bleibt an einem Teil der Gemeindemitarbeiter nach wie vor Arbeit hängen, die nicht weniger ehrenvoll, jedoch weniger sauber ist als die Tätigkeit ihrer Kollegen. Für Mitarbeiter im Außenbereich, die sich buchstäblich die Hände schmutzig machen müssen, gibt es die "Schmutzzulage": einen Lohnzuschuss, der die Erschwernisse des Arbeitsumfeldes ausgleichen soll. Um diese Schmutzzulage hat es in der Gemeinde Gräfelfing nun Stunk gegeben. Es läuft eine Untersuchung.

Für die Mitarbeiter auf dem Bauhof, Wertstoffhof, Friedhof und für die Gärtner sieht der Bundesmantaltarif für Gemeinden (BMT-G) die Schmutzzulage explizit vor. In gewissem Rahmen allerdings kann die Kommune die Höhe jeweils festlegen. Das handhabt Gräfelfing seit vielen Jahren großzügig: Anders als etwa bei Autobahnmeistereien, erhalten die Mitarbeiter im Außenbereich die Zulage pauschaliert, das heißt, unabhängig von Krankheits- oder Urlaubstagen, und in gleicher Höhe.

Das gute Gefühl der Gleichbehandlung machte Entrüstung Platz, als einige Kollegen entdeckten, dass eine Minderheit von ihnen eine höhere Schmutzzulage als alle anderen bekommt. Die Beschwerde führte noch im Januar dieses Jahres dazu, dass das Niveau der Wenigen jenem der Vielen nach unten angepasst wurde - auf rund 120 Euro monatlich. Damit waren wieder alle gleich, jedoch nicht zufrieden.

Bauhofleiter Manfred Klose, der Geschäftsführende Beamte Ulrich Seyfferth und der Personalratsvorsitzende Friedrich Schweigl sahen sich zu einem Krisengespräch im Bauhof veranlasst. Ergebnis: Zur Prüfung der korrekten Höhe der Schmutzzulage werden in allen genannten Bereichen die Tätigkeiten einiger Mitarbeiter über ein halbes Jahr lang exemplarisch notiert. Die anschließende Auswertung soll die gerechtfertigte Höhe der Schmutzzulage ergeben.

Dabei könnte der Schuss für die Mitarbeiter nach hinten los gehen, wenn nämlich am Ende alle weniger bekommen als vorher. Sowohl Klose als auch Bürgermeister Christoph Göbel möchten dies verhindern. Auf Anfrage teilten sie mit, an der Pauschalierung festhalten und das Problem im Sinne der Mitarbeiter lösen zu wollen.

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