Die frühere Obdachlosenunterkunft in der Bräuhausstraße 12 in Planegg soll nach dem Willen der Gemeinde in eine Tagespflege für Senioren umgestaltet werden. foto: höfle

Tagespflege für Senioren geplant

Planegg - Die Planegger Verwaltung will in der Bräuhausstraße 12 eine Tagespflege einzurichten. In der Josef-Beyerl-Straße könnten acht barrierefreie Seniorenwohnungen gebaut werden.

Das Gebäude in der Bräuhausstraße 12 zählt nicht zu den schönsten im Gemeindebesitz. Der Zustand darf als abgewohnt bis marode bezeichnet werden. Bis vor einigen Jahren waren hier Obdachlose untergebracht, inzwischen steht es leer. Das Rathaus hatte das Haus vor einigen Monaten dem Landratsamt München angeboten, um dort Asylbewerber unterzubringen, doch die Behörde winkte ab: zu hoher Renovierungsaufwand.

Jetzt hat die Gemeinde einen neuen Verwendungszweck gefunden: eine Tagespflege für Senioren. Dass das Haus nicht wie aus dem Ei gepellt aussieht, sei sogar von Vorteil, hieß es jetzt in der Sitzung des Planegger Hauptausschusses. Im Gegensatz zu einem Neubau könne dieses ältere Gebäude den Senioren „viel mehr Vertrautheit vermitteln“, teilte Anita Wißkirchen von der Verwaltung mit. Als Vorbild für eine Tagespflege in Planegg gilt das Haus der Geborgenheit in Gräfelfing, das ebenfalls „älter“ und „sparsam renoviert“ sei.

Die Leiterin der Gräfelfinger Tagespflege, Andrea Praml, besichtigte jetzt auf Planegger Wunsch das Haus in der Bräuhausstraße 12 und gab grünes Licht. Es sei sehr gut für eine Tagespflege für Senioren geeignet. Als Betreiberin kann Praml aber nicht fungieren, da sie in Gräfelfing sehr eingespannt ist. Stattdessen soll eine Fachfrau aus München die Planegger Tagespflege leiten. Erste Gespräche seien positiv verlaufen, hieß es. Ein Haken sind die Umbauarbeiten, die mit hohen Kosten verbunden sein dürften. Die Gemeinde hofft auf Zuschüsse des Landkreises München, außerdem wurden die übrigen Würmtal-Gemeinden aufgefordert, sich an der Tagespflege zu beteiligen. Der Hauptausschuss stimmte jetzt dem Vorschlag der Verwaltung zu, eine Architektin zu beauftragen, die die Kosten für den Umbau eruiert. „Das liegt ganz im Sinne einer modernen Senioren-Politik“, lobte SPD-Gemeinderat Bernd Gropper die Idee einer Tagespflege.

Acht seniorengerechte Wohnungen will das Rathaus derweil auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Josef-Beyerl-Straße errichten. Dort war früher die provisorische Kinderkrippe beheimatet. Zwei Vollgeschosse mit bis zu 520 m2 Grundfläche sind laut Bauamt vorstellbar. Die Finanzierung des Neubaus soll nach dem Willen der Gemeinde die Baugesellschaft München-Land übernehmen. Erste positive Gespräche haben bereits stattgefunden.

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