Ein Tanklager der Besonderheiten

Krailling - Im Ölstreit rund um das Kraillinger Tanklager steht offenbar eine Einigung bevor.

Das Insolvenzverfahren der Kraillinger Viktoriagruppe AG, Besitzerin des Tanklagers, kommt voran. Insolvenzverwalter Mirko Möllen glaubt an eine baldige Einigung mit der Tschechischen Republik in der Auseinandersetzung um das in Krailling eingelagerte Öl. „Ich glaube, es wird Spätsommer, Herbst werden“, erklärt er.

Es gebe auch schon Interessenten, die das Gelände gerne kaufen würden, so Möllen. Einige hätten sich das Tanklager bereits 2009 genauer angeschaut. „Ich gehe davon aus, dass ein Großteil derer, die sich melden, damals nicht dabei waren“, sagt er.

Außer dem Tanklager in Krailling sei noch eines in Tschechien Teil der Insolvenzmasse der Viktoriagruppe AG. Das dortige Lager sei allerdings leer. Unter den Interessenten seien Betreiber von Tanklagern, Finanzinvestoren, Projektentwickler und Menschen, die im Ölhandel aktiv seien. Möllen meint aber: „Ein Finanzinvestor tut sich schwer, weil der davon nicht viel versteht.“

Das Objekt sei nicht nur lange Zeit geheimnisumwoben gewesen, sondern tatsächlich sehr speziell. „In allen Belangen ist das Objekt sehr besonders“, sagt er. Es sei kaum mit anderen Tanklagern in Deutschland zu vergleichen. Historie, Alter und Größe zeichnen das ehemalige Wifo-Lager aus. Dazu kämen Naturschutzaspekte. Auf dem Gelände befänden sich seltene Tiere, Pflanzen, Biotope. Wer auch immer es kaufen wird: Was wird das für Krailling und Umgebung bedeuten? Helmut Mayer, Leiter der Kraillinger Bauverwaltung, kann Entwarnung geben. Viel ist auf dem Gelände nicht möglich - außer dem Betreiben eines Tanklagers und dem Verpachten von Gleisen. So sei auch der angebliche Skandal von 2011, als Siemens dort Lokomotiven für Belgien zwischenlagerte, gar kein Skandal. „Loks, Waggons und Züge dort abzustellen, ist zulässig“, erklärt Mayer. Das habe damals eine Prüfung ergeben. Die Gleise seien im Flächennutzungsplan als Bahnbetriebsflächen gekennzeichnet. „Da ist alles zulässig, was dem Bahnbetrieb dient.“

In den bestehenden Gebäuden ist weder eine gewerbliche, noch eine Wohnnutzung gestattet. Dort darf nur unterkommen, was zum Betrieb des Tanklagers nötig ist. Und: „Da darf es keine Ausweitung geben.“ Die Flächen, die nicht dem Bahnbetrieb gewidmet sind, seien Waldflächen. Mayer: „Den darf der Eigentümer forstwirtschaftlich bearbeiten.“ Aber nur unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten.

Die derzeitigen Pächter wie die Firma „Zeltwerk“ werden laut Mayer geduldet. Aber: „Wir achten darauf, dass diese Nutzungen ein Ende finden.“ Interessenten für das Tanklager seien in der Gemeinde bislang nicht vorstellig geworden. Mayer: „Ob wir Gewerbeflächen haben, werden wir immer wieder angefragt, vor allem im Logistikbereich. Aber nicht im Zusammenhang mit der Insolvenz.“

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