Die Republik Tschechien will den Diesel mit eigenen Waggons abtransportieren.

Zeitung nennt Kaufpreis von fast 15 Millionen

Kraillinger Tanklager bezahlt

Das Kraillinger Tanklager ist bezahlt. Bereits am vergangenen Donnerstag soll das Geld beim Insolvenzverwalter eingegangen sein, heißt es von tschechischer Seite.

Wie viel die Krailling Oils Development GmbH für das Tanklager bezahlt hat, darüber schweigen die am Verkauf beteiligten Parteien. Im Internet auf der Seite der tschechischen Zeitung Lidovky wird ein Betrag von fast 15 Millionen Euro genannt. Innerhalb von acht Wochen muss der neue Eigentümer nun die Gleise auf dem Gelände des Tanklagers so weit instand setzen, dass ein Abtransport des dort eingelagerten Kraftstoffs möglich ist.

Die Republik Tschechien erhebt Anspruch auf diesen Diesel. Juristisch sind diesbezüglich noch immer Fragen offen. Das Nachbarland ist seinem Diesel aber schon einen Schritt näher gekommen. Der Insolvenzverwalter hat zugesichert, dass Tschechien seine Vorräte unter Vorbehalt abholen kann. Nachdem die vorherige Eigentümerin, die Viktoriagruppe AG, Insolvenz angemeldet hatte, war es der Republik Tschechien nicht mehr möglich gewesen, den Kraftstoff aus dem Tanklager zu entfernen (wir berichteten).

Obwohl er den Zahlungseingang bestätigt, gab sich Insolvenzverwalter Mirko Möllen auch gestern noch vorsichtig. „Die vollständige Umsetzung der komplexen vertraglichen Inhalte ist noch nicht abgeschlossen“, sagt er. Auch die Tschechen haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und gehen jetzt auf Nummer sicher. Sie wollen ihre derzeit in Krailling eingelagerten Kraftstoffreserven künftig einem der umsatzstärksten Unternehmen in Tschechien anvertrauen: Cepro. „Diese Firma gehört dem Staat“, erklärt Jakob Linka von der Verwaltung der staatlichen Materialreserven der Republik Tschechien (VSMR). „Um den Diesel zu transportieren, werden wir unsere eigenen Waggons benützen.“

Im Ausland sollen die von der Europäischen Union vorgeschriebenen Kraftstoffreserven künftig nicht mehr gelagert werden, machte Linka bereits Anfang Juli deutlich. Die Bundesrepublik Deutschland scheint hingegen keine Bedenken zu haben, die eigenen Reserven außer Landes unterzubringen. Laut Angaben der Online-Ausgabe der Prager Zeitung soll Cepro seit diesem Frühjahr mehrere zehntausend Tonnen Erdöl aus Deutschland aufbewahren. 

vs

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