Technosan: Drei Fraktionen verlangen Aufklärung im Gemeinderat

Krailling - Der Fall Technosan beschäftigt demnächst den Kraillinger Gemeinderat.

Drei Fraktionen fordern in einer Anfrage von der Verwaltung umfassend Auskunft über die Beziehungen der Gemeinde zu der in Abwicklung befindlichen Firma Technosan und deren ehemaligen Geschäftsführer Alexander Czetsch. Gemeinderatsmitglied Werner Engl (Grüne), der den Fragenkatalog im Namen der Fraktionen SPD/Grüne, FDP und FBK unterzeichnet hat, sagt: „Herr Czetsch war mehrfach Gegenstand im Gemeinderat. Wegen seiner sehr eigenartigen Auslegungen von Rechtsempfinden drängt sich jetzt ein ungutes Gefühl auf.“ Man wolle klären, ob der Gemeinde durch Czetschs Machenschaften materieller oder sonstiger Schaden entstanden sei oder entstehen könnte.

Ein Teil der Fragen zielt darauf ab, in Erfahrung zu bringen, welche Firmen mit der Beseitigung von Altlasten beim Bau des Gewerbegebietes KIM betraut waren und wo diese Altlasten entsorgt wurden. Czetschs Firma Technosan, zu deren Geschäft das Recycling solcher Altlasten gehörte, steht im Verdacht, große Mengen verunreinigter Straßenbauabfälle illegal auf ungeeigneten Deponien entsorgt zu haben (wir berichteten). Bisher sind illegale Aktivitäten aber nur aus dem Raum Altötting bekannt, wo Technosan eine Verwertungsanlage betrieb.

Das größere Interesse der Fraktionen gilt aber den Grundstücksgeschäften der Gemeinde mit Technosan und Czetsch. Technosan hatte 2011 ein zweites Grundstück neben dem Firmensitz in der KIM erworben. Im Zuge einer Bebauungsplanänderung wurde eine Teilfläche des Grundstücks, die ursprünglich als Teil eines Grünzuges festgelegt worden war, zur Bebauung freigegeben. Auch beim Verkauf einer Jugendstilvilla im Ort durch die Gemeinde an Czetsch selbst im Jahr 2007 könnten dem Unternehmer durch eine Baurechtserhöhung Vorteile entstanden sein, so die Antragsteller. Sie fordern Aufklärung über Einzelheiten zu Terminen und Summen des Kaufgeschäfts.

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