Applaus für den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden: Pfarrer Anton Schönauer (li.) gratulierte Thomas Heidenreich (r.) zu Beginn von dessen Rede nachträglich zum 40. Geburtstag. Fotos: Jürgen Sauer

Thomas Heidenreich: „Mit der Kirche ehrlich ins Gericht gehen“

Gräfelfing - Auf dem Neujahrsempfang in St. Stefan haben sich 16 von insgesamt 18 engagierten Katholiken präsentiert, die für die Pfarrgemeinderatswahl im kommenden Februar kandidieren.

Weit über hundert Gäste waren der Einladung von Pfarrer Anton Schönauer und Diakon Wolfgang Kustermann, des Pfarrgemeinderats und der Kirchenverwaltung gefolgt. Neben Prälat Erich Pfanzelt von St. Johannes Alt-Lochham und Pfarrer Walter Ziermann von der evangelischen Friedenskirche waren Gräfelfings dritte Bürgermeisterin Heidi Plank-Schwab, Kreis- und Gemeinderat Florian Ernstberger sowie zahlreiche Vertreter des Gemeinderats und der Vereine wie Feuerwehr oder Malteser erschienen.

In seiner Ansprache packte Thomas Heidenreich ein heißes Eisen an. „Persönliche Verfehlungen wie beispielsweise Verschwendungssucht müssen in der Kirche restlos geklärt werden“, sagte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Er plädierte dafür, dass auch negative Worte über die Kirche erlaubt sein müssten. „Wir müssen mit uns und unserer Kirche ehrlich ins Gericht gehen“, forderte er. Der richtige Weg sei Offenheit im Umgang mit den Problemen. Karitative Leistungen der Kirche, gerade auch in finanzieller Hinsicht, in Abrede zu stellen, sei jedoch nicht fair. „Das entspricht nicht der Wahrheit.“

Heidenreich kam in seinem Rückblick auch auf den Papstwechsel zu sprechen. Das neue Oberhaupt der katholischen Kirche setze als „authentischer Mann, der sich traut, zu leben, was uns die Kirche predigt“, Christi Worte um. Auf sie zu hören, dazu solle sich jeder die Zeit nehmen. Auch dazu, Hilfe zu leisten, wo sie gebraucht werde, und den Schwächeren zu unterstützen.

Markus Bayer vertiefte bei der Kandidatenrunde Heidenreichs Appell. „Wir sollen nicht nur in der Gemeinde, sondern auch am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft als Christen handeln.“ Die Kirche stehe zudem nicht mehr in der Mitte des Dorfs. Zusammenarbeit mit Nachbarn, auch konfessionellen, sei wichtig. Ina Heukamp outete sich als in der Oberlausitz gebürtig und bezeichnete die Kirche als ihre „besondere Heimat“, gerade auch in der ostdeutschen Diasporasituation. Der 15-jährige Anton Fehenberger möchte sich als Pfarrgemeinderat besonders für die Jugend engagieren.

Von den amtierenden Räten stellen sich sieben erneut zur Wahl, darunter Stefanie Gasser, die das Amt bereits 24 Jahre innehat. Elf Kandidaten sind neu im Rennen, unter ihnen die langjährige Vorsitzende der Frauen-Union, Gemeinderätin Maria Lex-Fischer.

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