Teufelskerl Pollersbeck: U21 steht nach Elfer-Krimi im EM-Finale

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Die Ziegenböcke Horst und Rudi und die Geiß Mucki (v.li.) müssen in Frohnloh das Zusammenleben neu lernen. Zwei Ziegen fehlen – auch für Halterin Sabrina Heckel eine Umstellung.

Tierquälerei

Ziegen mit ätzender Substanz getötet

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Frohnloh - Ein Tierquäler hat drei Ziegen mit einer ätzenden Substanz getötet. Für die Halterin aus Frohloh ein Riesen-Schock.

Die Vorstellung ist grausam. „Jemand muss sie festgehalten und ihnen das ins Maul gegeben haben“, sagt Sabrina Heckel. Was den Ziegen in der vergangenen Woche in der Nacht von Montag auf Dienstag eingeflößt wurde, weiß die 22-Jährige aus Frohnloh bis heute nicht. Drei ihrer fünf Ziegen wurden angegriffen, zwei überlebten nicht. Wie sich herausstellte, waren die Mäuler stark verätzt.

Heckel ist noch immer schockiert über den Anblick vom Dienstagmorgen auf dem Gehege bei einem Waldstück zwischen Hadorf und Söcking. Wie jeden Tag wollte sie ihren Ziegen klein geschnittene Äpfel und Karotten bringen. Dann sieht sie drei ihrer Tiere zitternd und taumelnd. „Sie waren total apathisch. Normalerweise kommen alle her, freuen sich und meckern laut.“ Der Tierarzt glaubt an eine Vergiftung, wie es sie bei Ziegen ab und an gibt. „Ich habe es mir dann schön geredet und geglaubt, dass ihnen vielleicht jemand schimmliges Brot gab, es eigentlich gut meinte.“

Doch trotz Behandlung wird der Zustand der Tiere nicht besser. Am Donnerstag stirbt die erste Ziege – Heckel reagiert. Am späten Abend holt sie die vier verbliebenen Tiere zu sich auf den Bauernhof nach Frohnloh, wo sie zusammen mit der Familie ihres Freundes lebt. Sie wechselt sich mit ihrem Freund ab und gibt den Ziegen jede Stunde Nahrung. „Schlaf war Mangelware.“ Die Tiere bekamen zudem Infusionen, Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Vitamine. Mit allen erdenklichen Mitteln kämpfte die Hauswirtschafterin um ihre Lieblinge. Es half nicht. Am Freitag wurde eine Ziege eingeschläfert, die Schmerzen waren zu groß. „Ihr Maul war total verätzt, wohl auch die Speiseröhre.“ Einzig eine OP noch am Dienstag hätte die Tiere, die wohl trächtig waren, vielleicht retten können. Nur erwartete niemand, dass es sich um einen Ätzangriff handelte. „Ich habe nicht gedacht, dass ein Mensch sowas tut.“ Eventuell wurde den Tieren Blaukorn, ein Düngemittel, verabreicht. Das würden Ziegen fressen. Dafür spricht: Es hat die drei Ranghöchsten erwischt – die, die zuerst fressen. Den möglichen Täter erwarten bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe (siehe Kasten). Heckel nimmt Hinweise entgegen.

Seit vier Jahren kümmert sie sich um die Ziegen, hat manche mit der Flasche groß gezogen. „Eine ist quasi in meinem Bett groß geworden. Sie sind wie Familienmitglieder.“ Die Familie hat sich nun verändert. In den Tagen nach dem Angriff seien die Ziegen gegenüber anderen Menschen extrem aggressiv gewesen. „Sie haben mich verteidigt.“ Nun würden sie wieder Vertrauen gewinnen. Auch der Ziegenbock, der den Angriff überlebt hat, erhole sich nun. „Sie entwickeln sich jetzt peu á peu als neuer Herdenverband.“ Auch für Heckel ist das eine Umstellung: Die Tierliebhaberin und ihre fünf Ziegen waren ein eingespieltes Team. Ihre drei Ziegen bleiben vorerst auf dem Bauernhof. In dieser Umgebung soll sich das neue Team einspielen. Für ein „glückliches Ende des Ganzen“ könnten Bock Horst und Mucki sorgen: „Wir hoffen, dass sie ein Kitz bekommen, eine eigene Nachzucht."

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