Todesmarsch von Dachau: Schöpfer der Mahnmale ausgezeichnet

Würmtal - Zum 15. Mal hat heuer der Gedenkzug "Todesmarsch von Dachau" stattgefunden. Über 100 Teilnehmer erinnerten auf dem 15 Kilometer langen Weg an den KZ-Häftlingszug kurz vor Kriegsende.

„Das ist ein Durcheinander aus großer Freude und Herzlichkeit“, rief Friedrich Schreiber bewegt, als er an der ersten Station des Gedenkzugs „Todesmarsch von Dachau“ am Gräfelfinger Friedhof ankam. Mit KZ-Überlebenden, interessierten Bürgern, einer Kauferinger Delegation mit 21 israelischen Gästen und zahlreichen Bürgermeistern und Pfarrern der Würmtaler Gemeinden hatte sich der Vorsitzende des Vereins „Gedenken im Würmtal“ heuer bereits zum 15. Mal auf den 15 Kilometer langen Weg gemacht, um an insgesamt fünf Stationen an die damaligen Ereignisse zu erinnern. Von Gräfelfing ging es über Planegg, Krailling und Stockdorf bis nach Gauting.

„Als wir 1998 mit unserem Marsch begonnen haben, wollten wir die Mahnmale lebendig machen und den Stab der Erinnerung an die Jugend übergeben“, sagte Schreiber. Beides sei bestens gelungen. Den älteren Menschen werde damit das Gefühl gegeben, dass das Gedenken an die Gräueltaten zum Ende des NS-Regimes weiter aufrechterhalten werde. Schreiber begrüßte unter anderem die Überlebenden Max Mannheimer, Zwi Katz und Uri Chanoch, die mit ihren Familien extra aus Israel angereist waren.

Der Künstler, der die Mahnmale erschaffen hat, Professor Hubertus von Pilgrim, durfte sich über die Ehrenmitgliedschaft freuen. „Sie durchbrechen hier ein Muster, meistens bleiben die Schöpfer bekannter Denkmäler nämlich weitgehend unbekannt“, zeigte sich der Professor bei der Übergabe der Ehrenurkunde überrascht. Seine Arbeit sei aus der Vorstellung entstanden, die er sich aus Erzählungen und Schilderungen der älteren Generation gemacht habe. Kunst und Kultur habe er stets in Zusammenhang mit der Geschichte gesehen.

Auch Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel ging auf die geschichtsträchtige Funktion der Todesmarsch-Denkmale ein. „Geschichte, wie wir sie aus dem Unterricht oder aus Büchern kennen, kann nie so begreifbar werden wie an dem Ort des Geschehens selbst“, so das Gemeindeoberhaupt. Anhand der „unbegreiflich ergreifenden“ Mahnmale könnten die Menschen aus der Geschichte lernen und sich ihrer bewusst werden. Dass es von Worten zu Taten ein weiter Weg sei, stellte Planeggs Bürgermeisterin Annemarie Detsch fest. Dieser Weg werde durch den Gedenkmarsch verkürzt und die Ereignisse des 26. April 1945 noch einmal in die Gegenwart getragen.

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