Totholz ermöglicht neues Leben

Seit Sturm Niklas liegen unzählige Bäume in der Würm. Wassersportler fordern deren Beseitigung, der Fischereiverein lehnt dies jedoch strikt ab.

Bäume, die Sturm Niklas zum Umstürzen gebracht hat, liegen immer noch im Bett der Würm. Während die Wassersportler sich für eine schnellstmögliche Beseitigung des Totholzes aus dem Fluss stark machen, wehren sich Mitglieder des Kreis-Fischerei-Vereins gegen eine Aufräumaktion in dem Flussbett.

Horst Prießnitz, Vorsitzender des Kreis-Fischerei-Vereins erklärt, Totholz in der Würm sei einer der charakteristischen und fischökologisch wichtigen Bestandteile des Lebensraums Würm. Es biete Schutzräume für Fische, strukturiere das Wasser und fördere die Bildung von Wasserfällen. Zudem beseitigt es die Verschlammung und Vermoosung, so dass der teils kiesige Grund wieder weiß bzw. reingewaschen wird. Das seien gute Laichgründe für die in Bayern beheimatete Bachforelle. „Totholz ist ein Beitrag zur Habitatpflege und zu einer nachhaltigen Reproduktion der Fischbestände in der Würm“, erklärt Prießnitz. Auch das Wasserwirtschaftsamt (WWA) in Weilheim kennt die ökologischen Vorteile und hält eine Zurückhaltung der Bootsfahrer und anderer Wassersportler für wünschenswert. Nicht zuletzt, da die Fischökologie und die Hege der Fische ein gesetzlicher Auftrag sei, möchte das WWA so viel Totholz wie möglich in der Würm belassen. „Die natürliche Gewässerentwicklung muss Priorität haben“, sagt Walter Schramm, Abteilungsleiter des WWA. Für diese Abwägungsentscheidung müssten die Wasserrahmenrichtlinien des Europäischen Parlaments berücksichtigt werden. Aus diesem Grund möchte das Wasserwirtschaftsamt die komplexe Entscheidung zur Beseitigung von Totholz nicht alleine fällen. Im Vorfeld will man sich mit Vertretern des Landratsamtes Starnberg, der Naturschutzbehörde und der Wasserschutzbehörde zu einer Begehung der Würm treffen.

Aufgrund der ökologischen Bedeutung dieses Themas wäre es auch angebracht, Experten des Instituts für Fischerei in Starnberg und des Kreis-Fischerei-Verein mit einzubeziehen, meint Schramm. „Für Gespräche stehen wir dem Wasserwirtschaftsamt jederzeit zur Verfügung“, sagt Vereinschef Prießnitz

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