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Neuer Totimpfstoff von Bavarian Nordic: Unternehmen bei München mit beeindruckenden Ergebnissen

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Von: Katharina Haase

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Wann gibt es endlich einen Totimpfstoff? Diese Frage beschäftigt nicht nur Impfskeptiker. Das Unternehmen Bavarian Nordic in Martinsried bei München kann nun erste Ergebnisse vorlegen.

Martinsried - Nach den ersten Erfolgen hochmoderner mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus, wie etwa von Biontech/Pfizer oder Moderna, forschen weltweit aktuell immer noch unzählige Unternehmen an weiteren Möglichkeiten, die Menschen gegen eine Infektion mit dem Virus zu immunisieren. Auch immer wieder thematisiert wird dabei die Herstellung eines sogenannten Totimpfstoffs, also einem Impfstoff der einzelne Bestandteile des Coronavirus enthält, die aber für sich gesehen nicht replikationsfähig sind, so dass der Mensch Antikörper bildet, ohne direkt mit dem Virus infiziert worden zu sein.

Totimpfstoff aus Martinsried: Bavarian Nordic leg vielversprechende Ergebnisse vor

Einen zugelassenen Totimpfstoff gibt es in Deutschland bislang nicht. Doch mittlerweile gibt es einen besonders aussichtsreichen Anwärter auf ein solches Vakzin. ABNCov2 heißt der Stoff, der vom deutsch-dänischen Hersteller Bavarian Nordic produziert wird. Das Unternehmen mit Sitz in Martinsried bei München hat schon viele Erfahrungen mit Impfstoffen, beispielsweise gegen Pocken und Ebola, gesammelt. Im Frühjahr wurde unter anderem auch über die Forschungsergebnisse zu einem Corona-Medikament berichtet. Der neue Totimpfstoff soll als Booster-Mittel zum Einsatz kommen. Die Testungen laufen daher auch nur an Personen, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren oder mit anderen Impfstoffen dagegen geimpft wurden.

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Klassischer Totimpfstoff von Bavarian Nordic: ABNCov2 startet schon bald in die letzte Testphase

Wie Bavarian Nordic mitteilt, wird bei ABNCov2 mit Hilfe von Proteinbestandteilen ein Gebilde errichtet, das vom Körper als vermeintliches Coronavirus erkannt wird, weshalb dieser auf den vermeintlichen Angreifer reagiert und Antikörper bildet. So funktionieren auch andere klassische Totimpfstoffe, zum Beispiel auch die Impfung gegen Influenza. Bereits seit August läuft die Phase II der Testungen, bei denen sich der Impfstoff nach Angaben des Unternehmens bestens gegen die bestehenden Coronavirus-Varianten Alpha, Beta und Delta bewährt hat.

Zulassung erst 2023? Bavarian Nordic mit Dämpfer für alle, die auf Totimpfstoff warten

Wie Hubertus Hochrein, Leiter der Forschungsabteilung, in einem Bericht der Tagesschau sagte, sei die Anzahl der Antikörper sogar höher gewesen, als bei dem Impfstoff von Biontech. Damals lagen jedoch noch nicht genug Studienergebnisse vor, um tatsächliche Aussagen tätigen zu können. Dies sei nun der Fall. Die neu aufgetauchte Variante Omikron ist hingegen in den aktuellen Tests noch nicht berücksichtigt. Anfang 2022 soll die Phase III der Testungen starten. Dafür erhält das Unternehmen Gelder aus Dänemark. Bis zur tatsächlichen Zulassung des Booster-Impfstoffs soll aber noch einige Zeit vergehen. Die Anmeldung zur Zulassung ist für Ende des Jahres 2022 geplant. Dan würde es noch bis Mitte 2023 dauern, bis ABNCov2 tatsächlich verimpft werden kann.

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Die Diskussion um Totimpfstoffe in Deutschland wird auch häufig aus der Szene der Impfgegner heraus befeuert, die den neuartigen mRNA-Impfstoffen misstrauen und deshalb auf die Zulassung eines „bewährten“ Impfstoffs warten wollen. Dies sei jedoch nicht sinnvoll, da auch die mRNA-Impfstoffe bereits einen guten und gefahrlosen Schutz gegen das Coronavirus bieten, wie Experten stets bekräftigen. Da der Impfstoff aus Martinsried allerdings sowieso lediglich als Booster-Impfung vorgesehen ist, ist eine Erstimpfung damit ohnehin ausgeschlossen. kah*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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