Sanierung von Vereinsheim

TSV-Baustelle teurer als gedacht

  • Martin Schullerus
    VonMartin Schullerus
    schließen

Die Sanierung des TSV-Vereinsheims mit Teilneubau wird teurer als angenommen. Der Altbestand aus den 80er Jahren offenbart im Zuge der laufenden Bauarbeiten unliebsame Überraschungen, die aus heutiger Sicht 350 000 Euro kosten dürften.

Gräfelfing – Christoph Göbel, TSV-Präsident, Landrat und Ex-Bürgermeister, legte die Karten auf den Tisch. Er führte Verwaltung, Bürgermeister und Gemeinderäte über die Baustelle, deren Problemfelder derzeit auch für Laien offenliegen. Die bewusste Transparenz entspringt nicht nur langjähriger kommunalpolitischer Erfahrung, sondern auch dem Bewusstsein, keine Salamitaktik zu fahren und schlicht sinnvoll und verantwortlich auf neue Sachverhalte zu reagieren.

Entscheidung für günstigste Vorgehensweise

Zwischen den drei Varian-ten kompletter Neubau (17 bis 22 Millionen Euro), Komplettsanierung (zehn bis 13 Millionen Euro) und Teilsanierung (6,9 Millionen Euro) hatte der Gemeinderat sich nach langer Überlegung für die günstigste Vorgehensweise entschieden. Dass bei der Arbeit am Bestand ungeahnte – und ungeplante – Ausgaben lauern, war da schon anzunehmen.

Gesetzliche Standards einhalten

„In jener Zeit ist kreativ gebaut worden, teilweise abweichend von der Genehmigung – und sogar von der Planung“, sagt Christoph Göbel. Heute freilich steht der Verein in der Pflicht, gesetzliche Standards etwa bei Brandschutz, Statik und Energiehaushalt einzuhalten, will er den Fortbestand des Vereinsheims nicht riskieren.

Dreifachverglasung erforderlich

Konkret müssen etwa die Schiebetüren durch teure, dreifach verglaste Drehflügeltüren ersetzt werden. Auch die Fenster im Erdgeschoss brauchen eine Dreifachverglasung – zudem lassen sie sich aktuell nicht alle öffnen, was jedoch für die Belüftung unabdingbar ist. Im Untergeschoss erwiesen sich die Personaltoiletten und -umkleiden als so marode, dass sie kernsaniert werden müssen, um die Gastwirtschaft genehmigungsfähig zu halten. Außerdem braucht es dort eine neue Lüftung. Auch die für den Gastwirt gedachte Wohnung ist im heutigen Zustand nicht mehr haltbar.

Stark gestiegene Preise

Hinzu kommen die stark gestiegenen Preise für Bauholz, Rigips- und Dämmplatten. Weil der TSV die 6,9 Millionen Euro ohne Vorsorgereserve auf Kante rechnete, benötigt er nun für die Auftragvergabe weitere 350 000 Euro. Als der zuständige Ausschuss des Gemeinderates gestern Abend darüber beriet, lag ihm schon mal eine positive Beschlussempfehlung der Verwaltung vor.

TSV-Präsident Christoph Göbel (li.) erläutert bei einem Ortstermin den Gemeinderäten Florian Brenner, Thomas Heidenreich, Günther Roll und Bürgermeister Peter Köstler (v.li.) anhand der Pläne die Gründe für die Kostenmehrung für Sanierung und Ertüchtigung des Vereinsheims

Rubriklistenbild: © Walter Wohlrab

Auch interessant

Kommentare