Tunnel bei Gräfelfing und Planegg findet in Gauting Gefallen

- Zacherl informiert Gemeinderat über neueste Südring-Alternative

VON CHRISTINE CLESS-WSLE Würmtal - In Sachen Schließung der Südwestspange um München will sich Gauting mit den übrigen betroffenen Würm- und Isartalgemeinden zusammenschließen. Ziel: Statt der vom Bundesverkehrsministerium betriebenen oberirdischen Autobahntrasse durchs Grubmühlerfeld soll eine neue Tunnel-Variante in die Machbarkeitsstudie aufgenommen werden. Dies entschied der Gemeinderat am Dienstag einstimmig.

Zuvor hatte Franz Xaver Zacherl, ehemaliger Leiter von Stratebau Oberbayern, die 17,5 Kilometer lange Tunnel-Alternative zwischen Kreuz Freiham und Taufkirchen vorgestellt. Der Kraillinger Bau-Ingenieur betonte, dass die alte Planung aus den 70er Jahren keineswegs vom Tisch sei: Die oberirdische Trasse zwischen Eschenrieder Spange und Süd-Kreuz stehe als offizielle Skizze des Bundesverkehrsministeriums im Internet. Laut Zacherl würde die skizzierte 48 Kilometer lange Autobahn Bannwälder sowie Wassereinzugsflächen durchschneiden. Dieser oberirdische Ringschluss, so der Straßenbauer weiter, würde ab Salzburger Autobahn, Taufkirchen, zum Süd-Kreuz verlaufen, käme über Oberhaching, Grünwald, Pullach durch das riesige Waldgebiet Forstenrieder Park zur Grubmühle zwischen Stockdorf und Gauting - bis zur Eschenrieder Spange mit Anschluss an die Stuttgarter Autobahn. Mit dieser Trasse, so Zacherl, würde eine Fläche von 230 Fußballplätzen versiegelt. Bannwaldflächen im Kreuzlinger Forst, Forstenrieder Park, Grünwalder und Deisenhofer Forst würden stark beeinträchtigt.

Ministerialdirigent Reinhard Entorf und Ministerialrat Walter Rahn von der obersten Baubehörde des bayerischen Innenministeriums, so informierte der Kraillinger, hätten ihm folgende Alternative unterbreitet: Bau eines Autobahnkreuzes bei Freiham, wo sich "in sieben bis acht Jahren 30 000 Menschen" angesiedelt haben werden. Ab Freiham sollen Gräfelfing und Planegg untertunnelt werden. Die Trasse käme in Forst Kasten, südlichwestlich von Neuried in einem offenen Graben an die Oberfläche mit Anschluss an die Garmischer Autobahn, verschwinde unter der Isar, verliefe bis Anschluss Taufkirchen weiter im Tunnel. Diese unterirdische Lösung sei die "kürzeste realisierbar Verbindung" zwischen den Autobahnenden A 95 und A 96, betonte Zacherl. Sie entlaste den Mittleren Ring, schone die Bannwaldflächen, sei obendrein insgesamt billiger als die Südwestspange, für die laut Zacherl 100 Unterführungen, 20 Überführungen und etwa 15 Brücken gebaut werden müssten.

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