U-Bahn: Planegg prüft Alternativen

Planegg - Planegg hat den Glauben an einen baldigen U-Bahnbau aufgegeben. Ab Herbst 2014 müssen jedoch 2000 zusätzliche Studenten nach Martinsried transportiert werden.

Flankiert von selbstgefälligen Reden bayerischer Spitzenpolitiker hat der Freistaat in den vergangenen Jahren den Universitätscampus Martinsried in Beschlag genommen und eine Fakultät nach der nächsten gebaut. Die überfällige Anbindung per Schiene hingegen hakt seit Jahren, bei den Verantwortlichen in der Gemeinde Planegg hat sich mittlerweile Resignation eingestellt. „Wir pushen von allen Seiten, mehr können wir nicht tun“, sagt Planeggs Rathaus-Sprecherin Bärbel Zeller.

Nach wie vor wabert der Vertragsentwurf, der die Lasten für die Folgekosten des U-Bahnbaus zwischen Freistaat, Gemeinde und Landkreis München regelt, zwischen Wirtschafts- und Finanzministerium hin und her. In der Gemeinde ist der Inhalt des Vertragswerks unbekannt. „Wir haben seit längerem keine Rückmeldung von Seiten des Freistaats bekommen“, sagt Planeggs Rathaus-Geschäftsführer Stefan Schaudig.

Anders als der Freistaat hat die Gemeinde größtes Interesse an einer baldigen Lösung. Denn im Herbst 2014 müssen rund 2000 zusätzliche Studenten, Professoren und Mitarbeiter zum neuen Biomedizinischen Zentrum (BMC) geschafft werden. Nur für zehn Prozent gibt es einen Parkplatz an der Uni. Der Rest müsste zu Fuß gehen, sich in einen 266er Bus quetschen oder mit dem Auto einen Parkplatz in Martinsried suchen. Um dies zu verhindern, haben sich vergangene Woche Vertreter des Landkreises, der Gemeinde und der Martinsrieder Institute getroffen, um Lösungsmöglichkeiten zu erörtern. Noch sind viele Details offen, doch bleibt als einzige Möglichkeit, noch mehr Busse einzusetzen, die zwischen dem Campus und der U-Bahnstation Großhadern pendeln. Wer auf den Kosten sitzen bleibt, ist ebenfalls unklar. Ginge es nach dem Verursacherprinzip, müsste der Freistaat ebenfalls zahlen, schließlich ist er Bauherr und Betreiber des BMC. „Das ist eine Haltung, die man sicher vertreten kann“, sagt Schaudig vorsichtig.

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