U-Bahn in Großhadern: Die Verlängerung der Linie bis Martinsried steht in den Sternen; eine Einigung in dieser Legislaturperiode wird immer unwahrscheinlicher. fkn

U-Bahn-Verlängerung: Planegg läuft die Zeit davon

Planegg - Planegg muss sich schnellstens mit dem Freistaat auf die Modalitäten des U-Bahn-Baus verständigen. Sonst kann das Projekt vor den Landtagswahlen nicht mehr beschlossen werden.

Der Landkreis München als Träger des öffentlichen Personennahverkehrs soll nach dem Willen der Gemeinde Planegg an den Lasten für die U-Bahnverlängerung von Großhadern bis Martinsried beteiligt werden. Es geht vor allem um die erheblichen Folgekosten, etwa den Unterhalt des Bahnhofs, welche die Gemeinde nicht alleine schultern möchte. Voraussetzung für eine Beteiligung des Landkreises ist jedoch ein positiver Beschluss des Kreistags, in dem Vertreter der 29 Kreiskommunen sitzen. Vor der Sommerpause tagt der Kreistag nur noch einmal, am Montag, 29. Juli. Sollte der Bau- und Finanzierungsvertrag zwischen Gemeinde Planegg und Freistaat nicht in den nächsten paar Wochen ausverhandelt sein, wird der Kreistag das Thema U-Bahn nicht mehr auf die Tagesordnung nehmen können, denn die Ladungsfrist beträgt mehrere Wochen.

Dies würde bedeuten, dass es vor der Landtagswahl am 15. September keinen unterschriebenen Vertrag gibt und der Bau der U-Bahn weiter verzögert würde, schlimmstenfalls sogar scheitern könnte. Denn die langwierigen Verhandlungen führt die Gemeinde seit Monaten mit Vertretern des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums. Minister Martin Zeil ist ein Befürworter des U-Bahn-Projekts. Ob er auch nach der Landtagswahl das Amt des Wirtschafts- und Verkehrsministers inne haben wird, darf angesichts der schlechten Umfragewerte der FDP zumindest vorsichtig hinterfragt werden. Wie eine neue bayerische Regierung zu dem Planegger U-Bahnprojekt steht, kann Stand heute niemand wissen.

Im Planegger Rathaus harrt man deshalb der Dinge. Derzeit brüten Ministeriale im Wirtschaftsministerium über dem Vertragsentwurf zwischen Planegg, Landkreis und Freistaat. „Wir wissen nicht, wie lange das noch dauern wird“, sagt Planeggs Rathaus-Geschäftsführer und U-Bahn-Experte Stefan Schaudig. Soll vor der Wahl noch ein Ergebnis stehen, „muss es jetzt sehr schnell gehen“, so Schaudig. „Die Zeit drängt.“ Doch die Gemeinde verfügt über kein Druckmittel, um die Arbeiten am Vertragsentwurf zu beschleunigen. „Gegen den Freistaat sind wir machtlos“, sagt Schaudig. Der Planegger Geschäftsleiter, der sich seit Jahren um sein „Baby“ U-Bahn kümmert, hat zuletzt den Eindruck gewonnen, dass das Projekt dem Freistaat „nicht mehr so wichtig ist“. Schaudig: „Wenn alle wirklich wollten, würde es auch klappen“, findet er. So wird es immer unrealistischer, dass noch vor der Landtagswahl ein Ergebnis erzielt wird, denn „man weiß ja zudem nicht, wie die Gremien, also Gemeinderat und Kreistag, den dann ausverhandelten Vertragsentwurf überhaupt bewerten würden“, gibt Schaudig zu bedenken. Die Hoffnung gibt er dennoch nicht auf. „Wenn es nicht vor der Sommerpause klappt, dann werden wir es einfach mit der neuen Landesregierung versuchen“, betont Stefan Schaudig.

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