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Der Betrieb des Rudolf- und Maria-Gunst-Hauses in Lochham geht Ende September vom bisherigen Träger, dem BRK-Kreisverband, auf eine gemeinnützige GmbH der Gemeinde Gräfelfing über.

BRK übergibt Altenheim an die Gemeinde

"Mitarbeiter sind froh, dass es weitergeht"

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Das Rudolf- und Maria-Gunst-Haus in Gräfelfing wird künftig nicht mehr vom BRK betrieben. Vorerst übernimmt die Gemeinde selbst den Betrieb.

Gräfelfing – Die gute Nachricht vorweg: Trotz aller Differenzen, die sich in den letzten Jahren zwischen der Gemeinde und ihrem langjährigen Vertragspartner, dem BRK-Kreisverband, auftaten – die Trennung wollen beide Seiten anständig und mit möglichst wenig Kollateralschäden für Bewohner und Mitarbeiter über die Bühne bringen.

Nach gescheiterten Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit dem BRK hatte der Gemeinderat Ende 2015 beschlossen, das Alten- und Pflegeheim zunächst in die eigenen Hände zu nehmen – in Form der neu gegründeten RMG gGmbH. Deren beiden Geschäftsführer Hartmut Joithe und Michael Settgast von der Firma Schwan & Partner haben längst die Arbeit aufgenommen; sie sind häufig vor Ort, unter anderem, um Fragen zu beantworten – vor allem der Mitarbeiter. Die Kommune ist mit mehreren Gemeinderäten im Aufsichtsrat der GmbH vertreten und kann auf diesem Weg ihren Einfluss geltend machen.

Der formale Betriebsübergang, der sich am 30. September vollzieht, soll nach dem Willen von Gemeinde und BRK unter dem Leitgedanken „größtmöglicher Kontinuität für Bewohner und Mitarbeiter“ stehen, wie Bürgermeisterin Uta Wüst im Merkur-Gespräch sagte. So wurde allen 74 Mitarbeitern eine Übernahme zu gleichbleibenden Konditionen angeboten. Nur sechs bis sieben machten von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch und werden beim BRK weiterbeschäftigt. Für die Bewohner soll der gewohnte Betrieb in dem Heim, das ihr Zuhause geworden ist, ebenso nahtlos weitergehen. Auch das China-Restaurant bleibt bestehen.

Ebenso wichtig: BRK und Gemeinde einigten sich auf gemeinsame Gutachter für die Bestandsaufnahme von Immobilie und Einrichtung. Wüst: „Wir wollten eine Gutachter-Schlacht auf alle Fälle vermeiden und das Ergebnis der Gutachten jeweils akzeptieren.“ Es soll in den nächsten Tagen vorliegen. Erst dann zeichnet sich auch die finanzielle Seite dieses Betriebsübergangs ab und lässt sich vorsichtig beziffern. Die gGmbH ist zunächst auf zwei Jahre angelegt; wie es danach weiter geht, steht nicht fest.

Derweil berichtet die Bürgermeisterin, die Stimmung in dem Heim sei „nicht schlecht“, Bewohner und Mitarbeiter seien froh, „dass es weitergeht“.

Am Tag vor dem Betriebsübergang, dem 29. September, wird das BRK noch ein Herbstfest für die Bewohner ausrichten. Es ist zugleich ein Abschiedsfest.

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