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Keine Lösung in Sicht

Überstunden-Problem in Rathäusern

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Überstunden sind ein heikles Thema. Einzelne Mitarbeiter der Gemeinden im Würmtal haben teils über 100 davon angehäuft. Dafür gibt es Gründe – aber offenbar keine Lösung.

Würmtal– Ständig gibt es neue Gesetze. Die Folge: „Wir haben sehr viele Überstunden, und die Tendenz ist steigend“, klagt Neurieds Hauptamtsleiterin Susanne Stummer. „Die Kommunen sind gefordert, die Gesetze umzusetzen und nachzuweisen, dass sie sie umgesetzt haben“, erklärt sie. Mit zusätzlichen Stellen könne die Arbeit nicht bewältigt werden. Denn dadurch stiegen die Personalkosten. „Wir müssen ja einen ausgeglichenen Haushalt schaffen.“ So gebe es in der Neurieder Gemeindeverwaltung einige Bereiche, in denen Mitarbeiter mehr als 100 Überstunden hätten. Durch Freizeitausgleich könnten sie reduziert werden. „Was natürlich auch wieder ein Loch reißt“, meint Stummer.

In Krailling scheint es weniger an neuen Gesetzen zu liegen. Dort trifft es die Mitarbeiter des Bauhofs am härtesten. Die Urlaubssperre zwischen Mitte November und Mitte März mache es den Mitarbeitern schwer, angehäufte Überstunden abzubauen. „Das sind die schlimmsten Überstundenmitschlepper“, sagt Kraillings Hauptamtsleiterin Sandra Sona. Die hätten schnell hunderte Überstunden auf dem Arbeitszeitkonto. Aber auch Sandra Sona selbst hat derzeit mehr als 70 Überstunden. „Ich hatte schon Zeiten, da war es schlimmer“, sagt sie. Die meisten Überstunden kämen durch die Sitzungen des Gemeinderates zusammen. Auch Veranstaltungen wie Christkindlmarkt, Weihnachtslesung, KultArt und das Essen für die Ehrenamtlichen füllten das Konto. „Bei manchen Mitarbeitern reguliert sich das automatisch.“ Die kämen morgens später und schöpften mittags die Pause aus. Andere täten dies nicht und bekämen die Stunden durch freie Tage ausgeglichen.

Die Gemeinde Gräfelfing will keine Auskunft zu dem Thema geben. Sprecherin Sabine Strack sagt nur: „Es gibt Überstunden.“ Und eine Gleitzeitvereinbarung gebe es auch.

In Planegg werden Überstunden grundsätzlich in Freizeit abgebaut. „Wenn jemand das möchte, können klassische Überstunden aber auch ausgezahlt werden“, erklärt Sprecherin Martina Sohn. Auch dort fallen die meisten Stunden im Bereich des Betriebshofs an. „Das hat unterschiedliche Gründe – der Betriebshof ist für den Winterdienst zuständig, hier entstehen je nach Wetter Überstunden, aber er ist auch viel in Festivitäten eingebunden, die oftmals außerhalb der regulären Arbeitszeiten stattfinden.“ Hunderte Überstunden sollen in Planegg aber nicht vorkommen. „Wir haben die Regelung, dass zum Stichtag 30. September nur 80 Überstunden weiter übernommen werden, alles darüber muss bis dahin abgefeiert sein“, erklärt Sohn. Wie schwierig es sein kann, Überstunden wieder los zu werden, weiß Gautings Sprecherin Charlotte Rieboldt. „Die Presseabteilung ist derzeit unterbesetzt, da können dann auch keine Überstunden abgebaut werden“, sagt sie. Sandra Sona aus Krailling geht viereinhalb Wochen in Urlaub. Allerdings noch ohne Überstunden abzubauen. „Ich versuche erst den Urlaub zu verbraten“, sagt sie.

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