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Ewiges hin und her: Jetzt sollen Schüler offenbar wieder neun Jahre aufs Gymnasium gehen.

RÜCKKEHR ZUM NEUNJÄHRIGEN GYMNASIUM

„Umstellung mit Ruhe angehen“

Viel deutet darauf hin, dass das Gymnasium wieder um ein Jahr verlängert wird. Das sorgt im Würmtal für Kontroversen. Einig sind sich die Direktoren, dass eine etwaige Umstellung auf das G9 mit Ruhe vonstatten gehen muss.

Würmtal – „Für eine Pädagogin ist das manchmal zum Haareraufen“, sagt die Leiterin des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasiums Sylke Wischnevsky. Die Hinweise verdichten sich, dass das Gymnasium zum Herbst wieder um ein Jahr verlängert und eine Umstellung von G8 auf G9 kommen wird. Das Hin und Her missfällt Wischnevsky. „Wir sind die Exekutive, und wenn die Legislative sich anders entscheidet, werden wir das selbstverständlich professionell zum Wohle der Kinder umsetzen.“ Doch sie sagt, ihre Schule fahre gut mit G8. „Es läuft hervorragend.“

Ihr Kollege vom Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasium, Hendrik Rehn, ist ebenfalls zufrieden mit dem achtjährigen Gymnasium. Und er ist auch ebenso sicher, dass er eine Umstellung meistern könnte. „Wir können gute Schule in acht Jahren und wir können gute Schule in neun Jahren.“ Seine große Befürchtung ist ein überstürzter Wechsel hin zum G9. Er erinnert sich ungern an die Unruhen im Zusammenhang mit der Einführung des G8. „Es gab Schulstreiks. Ich will das nicht wieder haben“, sagt er.

Rehn meint, eine Umstellung brauche drei bis vier Jahre Vorlauf. „Wir hatten immer wieder Jahrgänge, für die die Bücher noch nicht fertig waren“, erinnert er sich an die zurückliegende Umstellung. „Man muss das in Ruhe angehen.“ G8 erfordere einen neuen Lehrplan. „Der alte ist nicht einfach aufpumpbar. Wenn man G9 macht, muss man neu denken.“ Doch dass das passieren wird, daran hat er seine Zweifel. Dass das Thema jetzt in Angriff genommen werde, liege an den Landtagswahlen, die 2018 anstehen, ist er überzeugt: „Man will es nicht als Wahlkampfthema haben.“ Doch vor einer Umstellung müsse Klarheit herrschen, was ein Gymnasium leisten solle. Dann sollte überlegt werden, ob es dafür ein weiteres Schuljahr brauche. „Was macht man vernünftig mit Kindern in der Mittelstufe“, fragt er. Da seien die Schüler in einem Alter, in dem die Lust zu lernen gering sei. Wischnevsky begrüßt daher, dass die Schüler im Rahmen des G8 bereits in der sechsten Klasse beginnen, ihre zweite Fremdsprache zu lernen. Das würde sie gerne beibehalten. „Wenn die Hormone durch die Adern pulsen, hat der Mensch was anderes im Sinn, als Vokabeln zu lernen.“

Anders als Rehn und Wischnevsky hängt die Leiterin des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums nicht am G8. „Entspannter für die Schüler und die Eltern wäre G9“, ist Brigitte Schmid-Breining überzeugt. Die Schüler hätten dann nachmittags weniger Unterricht und mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten. Doch auf eines weist auch sie hin: „Die Umstellung damals ist möglicherweise zu schnell gegangen.“

Das Platzproblem, das die Gymnasien in Gräfelfing und Planegg schon jetzt haben, würde durch einen zusätzlichen Jahrgang verschärft werden. Doch die Platznot fällt bei der Beurteilung der möglichen Umstellung bei den Schulleitern im Würmtal nicht ins Gewicht. Die drei haben ihre Schüler im Fokus.

Victoria Strachwitz

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