Eingekeilt: Der schwer beschädigte Linienbus kam nach dem Unfall zwischen der Fußgänger-Unterführung und Lärmschutzwand der Germeringer Straße zum Stehen. A-Foto: JS

Unfallursache weiter ungeklärt

Planegg - In Planegg kam es vor fünf Wochen zu einem schweren Unfall mit einem Linienbus. Bis heute ist die Ursache nicht geklärt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

Nur der Geistesgegenwart einer Radlerin und viel Glück ist es zu verdanken, dass es bei dem schweren Verkehrsunfall am 18. April in der Germeringer Straße in Planegg keine Verletzten oder gar Tote gab. Auch jetzt, fünf Wochen danach, liegen noch keine Erkenntnisse darüber vor, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Der Fahrer ist Vorladungen der Polizei mehrfach nicht gefolgt.

Wie berichtet, hatte der Fahrer der Linie 266 an diesem Tag gegen 12.20 Uhr die Kontrolle über seinen Bus verloren und war von der Kettelerstraße über eine Verkehrinsel ungebremst in die Brüstung der Unterführung an der Germeringer Straße gekracht. Eine 47-jährige Radfahrerin rettete sich in letzter Sekunde durch einen Sprung zu Seite - der 17 Tonnen schwere Mercedes-Citaro-Gelenkbus überrollte ihr Rad. Die Planeggerin blieb ebenso wie die Insassen des Busses unverletzt.

Der 43-jährige Fahrer verfügte nach Auskunft des Busunternehmens Watzinger, das die Linie 266 im Auftrag des MVV bedient, über reichlich Erfahrung und fuhr bereits zwei Jahre auf dieser Strecke. Zur Klärung des Unfallursache will er aber offenbar nicht beitragen. Mehrere Vorladungstermine der Polizei ließ er verstreichen, er lässt sich inzwischen durch einen Anwalt vertreten. Rechtlich ist der 43-Jährige allerdings nicht dazu verpflichtet, sich zu dem Unfall zu äußern.

Da es weder Schwerverletzte noch Tote gab, ist auch kein Gutachten erstellt worden. Die Polizei kann nur ausschließen, dass der Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand; dies wurde unmittelbar nach dem Unfall getestet. Ob der Mann aber in einen Sekundenschlaf fiel, gesundheitliche Probleme hatte oder andere Ursachen zu dem Unfall führten, bleibt offen.

Einen Linienbus fährt der 43-Jährige derzeit nicht. Er ist nach Auskunft des MVV krankgeschrieben. Bevor er wieder ans Steuer darf, müsse er sich erst einem neuen Eignungstest unterziehen, sagt Pressesprecherin Beate Brennauer.

Die Polizei hat den Fall inzwischen an die Staatsanwaltschaft München I abgegeben. Diese ermittelt wegen des Verdachts auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

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