Werbung mit Kraftausdruck: Die SPD-Bundestagskandidatin Bela Bach und ihr Planegger Juso-Kollege Felix Kempf wollen am Campus Martinsrieder Fahrradsattel-Überzüge mit deutlicher Botschaft verteilen. Foto: Dagmar Rutt

Uni-Dekan: Staat soll Studiengebühren ersetzen

Martinsried - Am 17. Januar startet das Volksbegehren „Nein zu Studiengebühren in Bayern". Auf dem Campus Martinsried machen die Unterstützer mobil.

Bis auf die FDP sind sich alle im Landtag vertretenen Parteien in Bayern mittlerweile einig: Die Studiengebühren gehören abgeschafft. Das Volksbegehren kann voraussichtlich mit breiter Unterstützung rechnen.

Bela Bach, 22-jährige SPD-Bundestagskandidatin aus Planegg, ist selbst Studentin. Sie ist in diesen Tagen auf dem Campus Martinsried unterwegs und macht mit ihren JuSo-Kollegen Werbung für das Begehren. Bach: „Studiengebühren sind sozial selektiv. Und im Landkreis München mit seinen hohen Lebenshaltungskosten fallen sie umso mehr ins Gewicht.“

Martin Parniske, Dekan der Fakultät Biologie, zeigt ein gewisses Verständnis für die Position der Studenten. Belege fehlten zwar, er könne sich aber vorstellen, dass die Gebühr zu einer gewissen Verschiebung der sozialen Schichtung bei den Studenten geführt habe. Er sieht die Frage der Studiengebühren aber vor allem aus Sicht des Ausbildenden: „Wir haben dadurch einen Standard, den sich andere Universitäten so nicht leisten können. Wir sehen eine deutliche Leistungsminderung auf uns zukommen“, sagt er. Parniske geht davon aus, dass die Studiengebühren fallen werden, und macht sich bereits Gedanken, wie es weitergehen wird. Die Studentenzahlen werden vorerst nicht mehr steigen. Seine Fakultät ist ohnehin voll ausgelastet. Sie wendet in manchen Jahren, je nach Bedarf, weit über eine halbe Million Euro aus dem Gebührentopf für ihre Bibliotheken, die Ausstattung der Praktikumslabors und die Bezahlung von Tutoren und Studiengangskoordinatoren auf. All diese Posten sind bedroht.

Das weiß man auch bei der Studentenschaft. Jessica Lutterbach, Sprecherin der Fachschaft Biologie, sagt: „Generell ist es so, dass die Mittel den Studierenden sehr zugute kommen.“ Ohne zusätzliche Laborarbeitsplätze und Betreuer würden sich Wartezeiten verlängern, und Zeit ist spätestens seit Einführung der Bachelor-Studiengänge ein rares Gut. Die Studienpläne lassen kaum Spielräume. Allerdings auch nicht für Nebenjobs. „Ferien gibt es gerade in den ersten Semestern eigentlich gar nicht“, sagt Lutterbach. Deshalb unterstützt auch die Martinsrieder Studentenschaft das Volksbegehren, obwohl sie die Auswirkungen möglicherweise selbst zu spüren bekommt. „Der Staat müsste hier mehr tun“, fordert Lutterbach.

Auch Dekan Parniske hofft, dass die Politik, die den Martinsrieder Campus gerne als Leuchtturmprojekt vorzeige, Mittel bereitstellt, um den Wegfall der Gebühren zu kompensieren.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erhebende Premiere in Maria Eich
Zum ersten Mal hat es jetzt bei der Wallfahrtskapelle Maria Eich eine Diakon-Weihe gegeben. Diese finden ansonsten im Münchner Liebfrauendom statt. Die Besucher erlebten …
Erhebende Premiere in Maria Eich
Tanklager Krailling: Anonymes Schreiben sorgt für Irritation
2,8 Kilometer Schienen werden erneuert, 2000 Holzschwellen ersetzt: Die Arbeiten am Bahngleis, das das Kraillinger Tanklager mit Freiham verbindet, sind in vollem Gange. …
Tanklager Krailling: Anonymes Schreiben sorgt für Irritation
Kleinere Überflutungen, vollgelaufene Keller
Der Dauer- und stellenweise Starkregen seit Sonntagabend hat zwar zu kleineren Überflutungen und vollgelaufenen Kellern geführt, viel passiert ist zum Glück aber nicht.
Kleinere Überflutungen, vollgelaufene Keller
Hundehalter fordern Zaun an der A 96
Hundebesitzer haben eine Petition gestartet. Sie fordern einen Zaun zwischen dem Gräfelfinger Paul-Diehl-Park und der Autobahn. Die zuständigen Stellen finden das …
Hundehalter fordern Zaun an der A 96

Kommentare