Unterkunft für Asylbewerber wird geschlossen

- Platz an der Starnberger Straße für "eigene Ideen" nutzen

Gauting (cc) - - Die Tage des Gautinger Asylbewerberheims an der Starnberger Straße sind gezählt: Gautings Bürgermeisterin Brigitte Servatius hat die Regierung von Oberbayern bereits im September darüber informiert, dass die Gemeinde den auf 30. Juni 2004 befristeten Pachtvertrag für das Areal nicht verlängern wird. Damit wird Platz für neue Pläne geschaffen. In der Gautinger Sammelunterkunft sind momentan 84 Personen untergebracht - davon neun alleinstehende Männer.

"Wir suchen jetzt Ersatz", erklärte Ines Schantz von der Regierung von Oberbayern auf Anfrage. Da die nach Deutschland eingewanderten Asylbewerber "nach einem bestimmten Verteilerschlüssel" auf Bund, Regierungsbezirke und Landkreise verteilt werden, wird ein neuer Standort im Kreis Starnberg gesucht. Mit dem Gautinger Heim schließe hier die letzte Asylbewerbereinrichtung. Obwohl zur Hälfte auf Starnberger Kreis-Flur, erklärte die Regierungs-Vertreterin, wird die Kraillinger Unterkunft in der Pionierkaserne dem Landkreis Fürstenfeldbruck zugeordnet. Männer statt Familien

"Weil sich die Belegung ändert" will Servatius den befristeten Pachtvertrag nicht verlängern. Ursprünglich war der 1993 aufgestellte Container für Familien konzipiert - vornehmlich Kriegsflüchtlinge aus Bosnien. Dieses Konzept sei im vergangenen Jahr geändert worden: Wenn Frauen und Kinder die Unterkunft verließen, seien frei werdende Plätze mit alleinstehenden Männern belegt worden. Dies sei einerseits problematisch für Asylbewerberinnen mit Kriegs-Traumata, so die Bürgermeisterin. Andererseits wünsche die Gemeinde neben dem Caritas-Mädchenheim "kein Männerwohnheim".

Ein weiterer Grund, die Sammelunterkunft aufzulösen: Laut Servatius will der Gemeinderat auf dem kommunalen Grundstück möglicherweise "eigene Ideen" verwirklichen. Für das unbebaute 20 000-Quadratmeter-Areal am südlichen Ortseingang gab es bis 2001 gemeinsame Pläne der Gemeinde und Erbengemeinschaft Naßl. Ursprünglich vorgesehen war ein Konzept mit Wohnungen für Senioren und junge Familien, aber auch Gewerbeansiedlung (wir berichteten). Obwohl die Erbengemeinschaft derzeit kein Interesse hat, könnte die Gemeinde für ihren Grundstücksteil mit Asylbewerberheim jetzt neue Pläne entwickeln.

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