Unterschriften zur Rettung der Diakon-Stelle

- Sparkurs am Bonhoeffer-Haus

VON ANDREAS BRETTING Gräfelfing/Martinsried - Die Jugendarbeit und die Angebote im Dietrich-Bonhoeffer-Haus sind gefährdet. Hintergrund sind Sparbestrebungen der Landeskirche, die ab 2005 zu einer Halbierung der bisherigen Diakoniestelle führen könnten.

Reinald Winter, seit 1987 Diakon in Gräfelfing und Martinsried, macht sich Sorgen um den Fortbestand seines Werkes. Denn die evangelische Kirche hat statistisch erhoben, dass die Gräfelfinger Gemeinde mit zwei Pfarrstellen und einer Diakoniestelle überproportional ausgestattet sei. Die Gemeinde wurde aufgefordert, Kürzungsvorschläge einzubringen. Mitten in die Diskussion hinein fiel der - mittlerweile abgewendete - Abspaltungsbeschluss des Lochhamer Sprengels. Überlegungen zu einer Stundenreduzierung der Pfarrerstellen seien daher aufgegeben worden. Winter: "Angesichts der Unsicherheit über die Verselbständigung sprach der Gräfelfinger Sprengelvorstand gar keine Kürzungsempfehlung aus."

Der zuständige Dekanatsausschuss in Fürstenfeldbruck habe diesem Votum nicht folgen können und habe im Juli die Halbierung der Diakon-Stelle empfohlen. Aus einem anderen Mitteltopf werde dafür eine halbe Jugendwerks-Stelle für das Würmtal geschaffen.

Aus Sicht Reinald Winters bahnt sich damit eine Katastrophe an. Er ist sich sicher: "Dieser Mann bekommt sein Büro in Fürstenfeldbruck. Wenn er kurz für Veranstaltungen eingeflogen wird, kann er nie so viel bewirken, wie ein Mann vor Ort."

Kein Zweifel - Reinald Winter ist in Martinsried eine feste Größe. Neben der Betreuung von kirchlichen Veranstaltungen wirkt er noch als Religionslehrer an der Grundschule und hält das Bonhoeffer-Haus für Veranstaltungswünsche offen.

Reinald Winter betont, dass seine Mahnung nicht auf den Erhalt seiner beruflichen Position gerichtet sei. Freilich deutet er auch an, dass er eine halbierte Stelle nicht unbedingt fortführen wolle. "Ich gehöre zur Rummelsberger Brüderschaft, da gibt es Arbeit genug." Eine Neubesetzung der Stelle werde sich schwierig gestalten, da mit dem halben Salär die ortsüblichen Mieten unerschwinglich würden. Eine Konsequenz könnte sein, dass der Diakon ganz wegfalle.

Gegen dieses Schreckens-Szenario will Reinald Winter nun mit einer Unterschriftenaktion mobil machen.

Zwar glaubt Reinald Winter nicht, dass sich der einstimmig gefasste Dekanats-Beschluss zur Stellenkürzung rückgängig machen ließe. Seine Hoffnung: "Wenn die Öffentlichkeit weiß, was auf dem Spiel steht, ließe sich für die Stelle vielleicht eine andere Finanzierungsbasis finden." Reinald Winter schwebt vor, einen Verein für Jugendarbeit ins Leben zu rufen, der die intensive Nutzung des Bonhoeffer-Hauses auch über den Januar 2005 hinaus mitfinanziert.

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