Kritische Töne waren nicht erwünscht: Bei der Veranstaltung der Bürgerinitiative Martinsried im Gasthof Schienhammer ließ Vorsitzende Barbara Gutmann (l.) keinen Dialog zu und brach die Veranstaltung kurzerhand ab. foto: höfle

Veranstaltung zur St. 2063 neu: Gutmann duldet keinen Widerspruch

Planegg - Die Stimmung kochte hoch bei der Versammlung der Bürgerinitiative Martinsried in der Gaststätte Schienhammer am Dienstagabend.

Thema war wieder die St 2063 neu. Vergeblich versuchte die umstrittene Vorsitzende Barbara Gutmann die Wogen zu glätten, brach aber nach eineinhalb Stunden kompromiss- und ergebnislos die Diskussion, die eigentlich keine war, ab.

In einem mit vielen Gutachten belegten Vortrag hatte Gutmann erst versucht, ihre zahlreichen Kritiker davon zu überzeugen, dass die Staatsstraße 2063 neu keine Verkehrsmaßnahme sei, die Martinsried wirklich entlaste. Alle Verbindungen der Lindauer und der Garmischer Autobahn würden zusätzliche 24 000 Kraftfahrzeuge pro Tag durch den Ort bringen. behauptete sie. Auch habe diese Straße nicht den Charakter einer echten Umgehungsstraße, da sie direkt an einem Wohngebiet vorbeiführe. Keine seriöse Verkehrssimulation könne ein anderes Ergebnis hervorbringen, so Gutmann, die gleichzeitig vor den Gefahren der zunehmenden Luftverschmutzung und Feinstaubbelastungen warnte. „Hierzu gibt es überhaupt keine Gutachten, dabei ist diese Gefahr für die Gesundheit viel schlimmer als jeder Lärm“, sagte Gutmann.

Auch sieht die Vorsitzende der Bürgerinitiative das im Baugebiet liegende Biotop und den Grünzug in Gefahr. „Warum schreien denn da die Grünen nicht auf“, wunderte sich Gutmann. Ihr Vorschlag, eine „Umgehung“ ab einem Kreisverkehr an der Würmtalstraße durch die Lochhamer Straße und die Fraunhoferstraße zu führen und mittels eines Durchstichs hinter den Garagen an der Röntgenstraße weiterzuleiten, stieß bei den meisten Anwesenden allerdings auf großen Protest. „Die Fraunhoferstraße ist doch jetzt schon total überlastet, die Busse stehen teilweise in Einfahrten, und Parkplätze gibt’s sowieso kaum“, sagte Michael Hertel. Damit sei eine Verkehrs-Katastrophe vorprogrammiert. Vor der Diskriminierung der Nord-Martinsrieder warnte Michael Annetzberger. „Mit Ihrem Vorschlag machen Sie die Anwohner im Norden des Ortes zu Bürgern zweiter Klasse“, stellte der Verwaltungswirt erbost fest. Zudem seien die geplanten Baumaßnahmen wie der Kreisverkehr an der Würmtalstraße auf Gräfelfinger Grund sicher nicht vom Straßenbauamt genehmigt. Auch Paul Dotzler konnte nach Gutmanns Präsentation ihres Lösungsvorschlags nur den Kopf schütteln. „Die Leute werden einmal in der Fraunhoferstraße stehen und sich dann Auswege suchen, der Rückstau geht doch heute schon bis auf die A 96“, gab der Martinsrieder zu bedenken.

„Ich bin die Einladende, und darum spreche ich“ - mit diesen Worten versuchte sich Gutmann, die keinen Dialog aufkommen ließ, immer wieder durchzusetzen. Schließlich warf sie ihren Gegnern Unsachlichkeit und Polemik vor und beendete kurzerhand den Abend. „Ich zeige Ihnen ein Gutachten nach dem anderen und Sie glauben mir einfach nicht“, gab sie am Ende entnervt auf.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Ein Geschenk am idealen Standort“
„Ein Geschenk am idealen Standort“
Ehrliche Finder im Würmtal gut beschäftigt
Ehrliche Finder im Würmtal gut beschäftigt
Reine Luft im Bürgerhaus Gräfelfing
Reine Luft im Bürgerhaus Gräfelfing
Corona limitiert Bürgerversammlungen
Corona limitiert Bürgerversammlungen

Kommentare