Halten die Erinnerung wach: Der Vorstand des Vereins „Gedenken im Würmtal – (vorne v.l.) Friedrich Schreiber, Karl Rom, Thomas Schaffert, Herbert Stepp, Hans-Joachim Stumpf, Christian Schulz, Gregor Pelger – mit Bürgermeisterin Annemarie Detsch. Foto: Höfle

Verein "Gedenken im Würmtal" will Schüler einbinden

Planegg - Bei der Hauptversammlung des Verein "Gedenken im Würmtal" wurde Friedrich Schreiber im Amt als Vorsitzender bestätigt.

Friedrich Schreiber bleibt Vorsitzender des Vereins „Gedenken im Würmtal“. Bei der Hauptversammlung am Freitag in der Planegger Musikschule wurde der ehemaliger Nahost-Korrespondent der ARD im Amt bestätigt. Auch in diesem Jahr wird der Todesmarsch-Gedenkzug, der heuer am 4. Mai stattfindet, den Höhepunkt im Kalenderjahr bilden. Dann marschieren Bürger zum 16. Mal auf der historischen Strecke entlang der Würm, auf der zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Frühjahr 1945 KZ-Häftlinge des Stammlagers Dachau und der Außenlager Kaufering und Allach von der SS durch die vier Würmtal-Gemeinden getrieben worden waren.

Wesentlicher Bestandteil des Gedenkzugs sind wieder die Gedenkfeiern vor den Todesmarsch-Mahnmalen in Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting, bei denen Bürgermeister, Schüler der Würmtal-Gymnasien und Überlebende Worte der Erinnerung und Mahnung sprechen. Schreiber möchte er heuer versuchen, jüdische Überlebende des Zweiten Weltkriegs aus östlichen Ländern aufzuspüren, um damit der Opfer zu gedenken.

Neben dem ersten Vorsitzenden wurden auch seine drei Stellvertreter Hans-Joachim Stumpf, Christian Schulz und Gregor Pelger in ihren Ämtern bestätigt. Herbert Stepp bleibt Schriftführer, Ralph Deja Schatzmeister, auch die Beisitzer Karl Rom, Jan Mühlstein, Sabine Baumgartner, Martin Schmid und Thomas Schaffert behalten ihre Posten. Dabei lege man viel Wert auf die Tatsache, dass alle drei Vorstandsmitglieder Pädagogen an umliegenden Gymnasien seien, so Schreiber. Nach wie vor seien die Lehrer die wichtigste Brücke zur Jugend. Auch eine intensivere Zusammenarbeit mit Realschulen sei geplant, deren Schüler in den letzten Klassen durchaus in einem Alter seien, in dem man über brisante Themen wie den Nationalsozialismus diskutieren könne. Allerdings moderat, wie Pelger warnte, um die Jugendlichen nicht mit Schreckensbildern und -schilderungen zu sehr zu schockieren.

Es sei beeindruckend, so Schreiber, wie viele nationale und internationale Anfragen und Zuspruch der Verein erhalte. Sogar von der Ludwig-Maximilians-Universität sei eine Bitte eingereicht worden, bei der Suche nach Münchner Zeitzeugen behilflich zu sein. Schreiber, macht sich nach eigener Aussage aber Sorgen, was geschehe, wenn die Generation der Überlebenden wegfalle. Gegenmaßnahmen hat er bereits im Sinn: So plant er gemeinsam mit Lehrern an den drei Würmtaler Gymnasien Arbeiten an Schüler der Fachschaft Geschichte zu vergeben, die über das Schicksal der Juden im Würmtal forschen sollen. Zudem möchte er einen Gedenktag für ermordete Juden aus dem Würmtal einführen.

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